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Nobelpreise für unsinnige Forschung

Schweizer Ökonomen fühlen in einer Serie für Redaktion Tamedia den Wirtschaftswissenschaften auf den Zahn. Den Auftakt macht der Volkswirtschaftler Mathias Binswanger.

Die traditionelle Ökonomie sah sich in letzter Zeit vor allem in Zusammenhang mit der letzten Finanzkrise diversen Angriffen ausgesetzt. Den Mainstream-Ökonomen wurde vorgeworfen, sie würden die heutige Realität der Finanzmärkte in ihren Modellen ignorieren und von realitätsfremden Annahmen ausgehen. Als Ökonom kann ich dieser Kritik nur zustimmen und dem vom Saulus zum Paulus gewordenen Vertreter meines Faches, Thomas Straubhaar, zur «Geisselung seiner Zunft» gratulieren.

Über Jahrzehnte hat sich die ökonomische Wissenschaft immer mehr von der Realität verabschiedet und sich stattdessen mit hypothetischen Gleichgewichtsmodellwelten beschäftigt. Wer am besten mit diesen herumspielen kann, der gilt heute als «grosser Ökonom» und darf in den angesehensten Fachzeitschriften publizieren. Diese Modellwelten werden dann mit mathematisch beeindruckenden Gleichungen beschrieben, aus deren Ergebnissen wiederum wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen für die real existierende Wirtschaft gezogen werden. Was dabei herauskommt, ist klar: Unsinn! Aber immerhin Unsinn, für den man Nobelpreise bekommt.

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