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Merkel und Sarkozy ziehen Börsen nach unten

Die Ankündigungen der beiden EU-Schwergewichte vermochten das Vertrauen der Märkte nicht zu stärken. Die wichtigsten europäischen Börsen starteten heute schwach. Auch der SMI notiert im Minus.

Keine Begeisterung: Händlerinnen an der Börse in Frankfurt.
Keine Begeisterung: Händlerinnen an der Börse in Frankfurt.
Keystone

Die Börsen haben heute Morgen enttäuscht auf die Ergebnisse des deutsch-französischen Treffens in Paris reagiert. Der Swiss Market Index (SMI) notierte um 10.55 Uhr mit 0,44 Prozent im Minus.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) in Frankfurt am Main sackte am Vormittag um 1,68 Prozent auf 5894,22 Punkte ab. In Paris gaben die Kurse an der Börse um 0,92 Prozent nach, und in London lag der Index Footsie-100 mit 1,14 Prozent im Minus. Auch in Madrid, Mailand und Lissabon gaben die Kurse nach. Händler sagten, die Resultate des Treffens zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hätten die Sorgen um die europäische Schuldenkrise nicht dämpfen können.

Merkel und Sarkozy hatten nach ihrem Treffen gestern Abend die Schaffung einer Wirtschaftsregierung im Euroraum vorgeschlagen. Zudem forderten die beiden Politiker Schuldenbremsen in den Verfassungen aller Eurostaaten und schlugen eine Steuer auf Finanztransaktionen vor.

Finanztransaktionssteuer weckt Ängste

Der Vorschlag einer Finanztransaktionsteuer liess heute vor allem die Kurse der Börsenbetreiber einbrechen: Zum Handelsstart ging der Kurs der Deutschen Börse um mehr als sechs Prozent nach unten, der der London Stock Exchange um fast vier Prozent. Bereits gestern Abend hatten an der Wallstreet wegen des Vorschlags vor allem Bankaktien an Wert verloren.

Die Finanztransaktionsteuer wird bereits seit Jahren diskutiert. In Europa sperrt sich vor allem Grossbritannien mit seinem wichtigen Finanzplatz London gegen die Steuer. Die Chancen, dass die Steuer jemals komme, seien daher «sehr klein», erklärten Analysten der Bank Berenberg am Mittwoch.

Durchmischte Reaktion aus Asien

Vor dem Hintergrund schwacher Konjunkturdaten aus den Staaten der Eurozone haben die asiatischen Börsen heute uneinheitlich eröffnet. Der japanische Nikkei-Index lag mit 0,3 Prozent im Minus, während der australische Leitindex um 1,6 Prozent zulegte. Auch die Börsen in Indien und Singapur notierten fester. Die Kurse in China, Taiwan, den Philippinen und Malaysia gaben dagegen nach.

Angst vor einem globalen Konjunkturabschwung hatte gestern weltweit zu einem Rückgang der Börsenkurse geführt. Enttäuschende Daten zum deutschen Bruttoinlandprodukt (BIP) liessen den DAX wieder unter die Marke von 6000 Punkten rutschen, der Dow-Jones-Index gab um 0,7 Prozent nach.

AFP/ami

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