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Mark Branson wird Finma-Direktor

Ein Mathematiker und ehemaliger Banker wird oberster Bankaufseher: Der Bundesrat hat Mark Branson als Nachfolger von Patrick Raaflaub bestätigt.

Ist seit 2010 Geschäftsleitungsmitglied der Finma: Mark Branson.
Ist seit 2010 Geschäftsleitungsmitglied der Finma: Mark Branson.
Ruben Sprich, Reuters

Mark Branson wird ab 1. April neuer Direktor der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma). Der Bundesrat hat ihn als Nachfolger von Patrick Raaflaub bestätigt, der seinen Posten überraschend abgegeben hatte. Branson leitet die Behörde seit dem 1. Februar interimistisch.

Der 45-jährige Brite ist seit 2010 Mitglied der Geschäftsleitung der Finma und wurde später Raaflaubs Stellvertreter. Er galt für die Nachfolge Raaflaubs als Topfavorit.

Zuweilen monierten Kritiker, es stünden gar keine anderen Kandidaten zur Verfügung. Der Nominationsausschuss habe verschiedene interne und externe Kandidaten diskutiert, heisst es in einer Medienmitteilung. Branson sei aufgrund seiner Erfahrung und im Hinblick auf die strategische Kontinuität der Behörde aber von Anfang an Favorit gewesen.

«Mark Branson hat als Leiter der Bankenaufsicht bewiesen, dass er alle Fähigkeiten für das Amt des Finma-Direktors mitbringt», sagte Anne Héritier Lachat, Präsidentin des Finma-Verwaltungsrates, gemäss Mitteilung. Er habe als Geschäftsleitungsmitglied in den letzten vier Jahren in allen Aufsichtsbereichen sowie in internationalen Gremien wichtige Projekte mitgestaltet.

Karriere als Bankenmanager

Der Mathematiker Branson hat eine Karriere als Bankenmanager hinter sich. Zuerst war der Brite in leitender Funktion bei der Credit Suisse in London tätig, dann bei der UBS. Gerade die Verbindung zur UBS brachte ihm auch Kritik ein.

Bei den Untersuchungen zum Liborskandal, welche die Finma 2012 führte, trat er in den Ausstand. Grund: Er war von 2006 bis 2008 in leitender Stellung bei der UBS in Japan tätig (CEO der UBS Securities Japan Ltd). Hauptsächlich von dort aus wurde der Referenzzinssatz Libor manipuliert. Die UBS hat ihr Fehlverhalten inzwischen mit einer Busse von 1,4 Milliarden Franken und Gewinnherausgaben bezahlt.

Nach seiner Zeit in Japan wurde Branson bei der UBS Finanzchef der Division Wealth Management & Swiss Bank (Vermögensverwaltung). Darum musste er im Steuerstreit mit den USA den amerikanischen Behörden Red und Antwort stehen.

Überraschender Abgang

Bransons Vorgänger Patrick Raaflaub hatte Mitte Januar überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Es sei die Zeit gekommen, eine neue Herausforderung zu suchen, begründete er diesen Schritt. Als oberster Aufseher über den Schweizer Finanzplatz hatte er turbulente Zeiten durchlebt. Unter anderem fielen die UBS-Rettung, der Liborskandal und der US-Steuerstreit in seine Amtszeit.

Den Finma-Verwaltungsrat hatte Raaflaub bereits im November über seinen Rücktritt informiert. Dieser entschied sich in der Folge schon im Dezember 2013 einstimmig für Branson als dessen Nachfolger. Der Bundesrat hat nun diese Wahl genehmigt.

Bereich «Märkte» wird aufgeteilt

Ebenfalls kündigte die Finma an, den Geschäftsbereich «Märkte» neu in zwei Bereiche aufzuteilen. Der eine Geschäftsbereich «Asset Management» soll die Bewilligung und Aufsicht der Vermögensverwaltung und der kollektiven Kapitalanlagen umfassen.

Der neu verkleinerte Geschäftsbereich «Märkte» beinhaltet die Aufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen sowie die Geldwäschereibekämpfung, Selbstregulierungsorganisationen, direkt unterstellte Finanzintermediäre und Prüfgesellschaften.

Der bisherige Leiter «Märkte», Yann Wermeille, verlässt die Finma . Für die zwei neuen Geschäftsbereiche hat der Verwaltungsrat Léonard Bôle (1973) und Michael Loretan (1965) ernannt. Beide arbeiten bereits für die Finma.

SDA/mw

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