Immobilienblase: Neue Gefahrenzonen

Der Immobilienmarkt befinde sich auf dem Höhepunkt eines mittlerweile fünfzehn Jahre andauernden Preiszyklus. Die Gefahr einer baldigen Immobilienblase hat sich nach Ansicht der UBS etwas entschärft.

Die Peripherie gerät in den Fokus: Die regionale Gefahrenkarte des zweiten Quartals 2013.

Die Peripherie gerät in den Fokus: Die regionale Gefahrenkarte des zweiten Quartals 2013.

(Bild: UBS-Immobilienblasenindex)

Die Risiken einer Blase im Immobilienmarkt dehnen sich in mittelgrosse Zentren und periphere Agglomerationen aus. Diese haben deutlich an Attraktivität gewonnen, weil die Preise in grossen Städten und ihren direkten Agglomerationen stark gestiegen sind.

In der Folge dehnte sich der Immobilienboom auf diese Gebiete aus. Das zeigt der aktuelle Immobilienblasenindex der UBS. Die Bank zählt neu neben Locarno auch Mutschellen, Winterthur sowie das Zürcher Ober- und Unterland zu Regionen mit erhöhtem Gefahrenpotenzial (Monitoringregionen). Die Zahl der Gefahrenregionen blieb im 2. Quartal hingegen unverändert.

Abflachung der Kurve

Die gesamte Gefahr einer baldigen Wohnimmobilienblase hat sich nach Ansicht der UBS etwas entschärft. Der Immobilienblasenindex der Grossbank ist im zweiten Quartal zwar um 0,03 Punkte auf 1,20 Zähler gestiegen. Diese Abflachung bestätigt laut UBS aber die verbreitete Wahrnehmung einer Marktberuhigung.

Im Gegensatz zur Immobilienblase der 1980er-Jahre zeige der Index keine Anzeichen einer Beschleunigung, erklärt die UBS in einer Medienmitteilung.

Halte die Beruhigung aber nicht an, dürfte das Risiko einer Preisblase in den kommenden Quartalen wieder zunehmen. Denn der Markt befinde sich auf dem Höhepunkt eines mittlerweile fünfzehn Jahre andauernden Preiszyklus und zeige insgesamt deutliche Anzeichen einer Überbewertung, schreiben die Immobilienexperten der Bank.

Weiterhin in Risikozone

Mit einem Wert von 1,20 Punkten steht der Immobilienblasenindex der UBS weiterhin in der Risikozone. Diese Zone war im dritten Quartal 2012 erreicht worden. Eine Blase würde die Bank ab einem Wert von 2 konstatieren.

Den leichten Anstieg im zweiten Quartal getrieben haben anhaltende Preissteigerungen bei Wohnimmobilien und die Zunahme der Hypothekarkredite bei stagnierenden Haushaltseinkommen und Konsumentenpreisen.

Im Jahresvergleich sind die Preise für Eigenheime laut den Angaben real um 5,4 Prozent geklettert. Gleichzeitig stiegen die Hypothekarvolumen um 4,3 Prozent oder 29 Milliarden Franken an. Das verfügbare Haushaltseinkommen nahm hingegen nur um 1,4 Prozent oder rund 5 Milliarden Franken zu. Durch die zunehmende Verschuldung wachsen die Risiken für die Volkswirtschaft im Falle eines starken Zinsanstiegs weiter.

kle/sda

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