Immobilien: UBS erwartet «Superkompensation»

Die Ökonomen der Grossbank halten einen baldigen Preiszerfall auf dem Immobilienmarkt für unwahrscheinlich. Langfristig werde aber ein enormes Korrekturpotenzial aufgebaut.

Und jeder will sein eigenes Heim: Eine Überbauung bei Volketswil ZH.

Und jeder will sein eigenes Heim: Eine Überbauung bei Volketswil ZH.

(Bild: Keystone)

Die Abkühlung auf dem Schweizer Immobilienmarkt wird laut der Grossbank UBS vorläufig nicht in eine Krise umschlagen. Dieses Jahr dürften die Preise weiter steigen, mittelfristig erscheine eine grössere schweizweite Preiskorrektur – sprich ein Einbruch der Immobilienpreise – zunehmend unwahrscheinlich.

Ob die momentane leichte Marktberuhigung ab 2015 in eine Korrekturphase übergehe, werde aber durch politische Entscheide zur Einwanderung, die Zinsentwicklung sowie eine allfällige Verschärfung der Kreditvergaberegulation bestimmt, teilte die UBS mit.

Bauzonen reichen für 10 Millionen

Sollte die Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung» am 9. Februar angenommen werden, könnten bei anhaltendem Bauboom zwar die Preise unter Druck geraten. Ein drastischer Preiszerfall sei jedoch nur bei einer Nettoabwanderung zu erwarten, was für die UBS unwahrscheinlich ist.

Generell führe ein Anstieg der Bevölkerung oder der Einkommen in der langen Frist nicht zu höheren Immobilienpreisen, heisst es in der publizierten Immobilienstudie «UBS Real Estate Focus 2014». Ob in der 10-Millionen-Schweiz Wohnraum bezahlbar sein wird, stehe und falle mit der Angebotsverknappung durch regulatorische Vorschriften. Die heutigen Bauzonen reichten für 10 Millionen Einwohner aus.

«Superkompensation erwartet»

Die Ökonomen der Bank, die mit Hypokrediten sowie Anlageprodukten eng verflochten ist mit dem Immobilienmarkt, halten einen baldigen Preiszerfall wie in den 1990er-Jahren für wenig wahrscheinlich.

Sie gehen vielmehr von einer «Superkompensation» aus: Mit steigendem Optimismus der Marktteilnehmer dürfte demnach die positive Preisspirale wieder in Gang kommen. Auf die momentane leichte Abschwächung – die dann im Nachhinein als Zwischentief erkannt würde – dürfte direkt die «Superkompensation» folgen, bei der ein deutlich höheres Preisniveau erreicht wird, wie es hiess.

Langfristig würde aber damit ein enormes Korrekturpotenzial aufgebaut, warnt die UBS mit Blick auf die gestiegene Verschuldung und den immer höheren Immopreisen im Vergleich zu den Einkommen. Für 2014 prognostiziert die UBS hingegen ein Preiswachstum von 2 Prozent bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Dabei gebe es grosse Unterschiede: Gerade in den teuersten Gemeinden und den Luxusobjekten blieben die Preise unter Druck.

bru/sda

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