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Grübel warnt vor neuem Finanzcrash

Der ehemalige Top-Banker Oswald Grübel sieht eine neue Krise auf die Weltwirtschaft zukommen. Schuld sei die Zinspolitik der Zentralbanken.

Warnt vor grossen Risiken in den Märkten: Oswald Grübel.
Warnt vor grossen Risiken in den Märkten: Oswald Grübel.
Keystone

Ramschanleihen und tiefe Zinsen seien Gift für die Weltwirtschaft. Das sagt Oswald Grübel in einem Interview mit dem «Manager-Magazin».

Er warnt vor einem neuerlichen Crash. Die von den Zentralbanken eingeführten niedrigen Zinsen seien schlecht für die Märkte. «Der Zusammenbruch dieser Politik wird kommen. Denn wirtschaftlich ergeben Nullzinsen keinen Sinn», sagt der Deutsche, der mehrere Jahre sowohl die Credit Suisse wie auch die UBS führte.

Wenn das Vertrauen in die Währungen schwinde, würden die Zinsen rasant steigen, warnt Grübel. Es werde zu so starken Schwankungen kommen wie noch nie.

Krise führte zu «fantastischer Kaufgelegenheit»

Eine weitere Gefahr seien riskante Unternehmensanleihen, so Grübel. «Der Ramschanleihemarkt wird die Investoren in ein Jammertal führen, aus dem keiner mehr herauskommt.»

Anlegern rät er deshalb, in Rohstoffe und Aktien zu investieren und den Goldanteil der Anlagen auf 30 Prozent zu erhöhen. «Eigentlich funktionieren nur noch Märkte, die nicht von den Zentralbanken manipuliert werden.»

Vor einem Crash fürchtet sich Grübel nicht. So habe die letzte Finanzkrise zu einer «fantastischen Kaufgelegenheit» im Jahr 2009 geführt. «Damals konnte man sehr billig europäische und amerikanische Aktien kaufen, eine einmalige Chance.» Der frühere Topmanager verwaltet von Zürich aus sein Vermögen, das auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt wird.

Hildebrand rät Europas Banken zu Fusionen

Mit Philipp Hildebrand meldete sich heute noch eine andere Grösse der Wirtschaftswelt zu Wort. Der frühere Präsident der SNB rät den europäischen Grossbanken zu Fusionen. «Wenn wir über einen Konsolidierungsbedarf sprechen, dann sollten wir das nicht im nationalen Rahmen tun», sagte der Vize-Chef des weltgrössten Vermögensverwalters Blackrock, Philipp Hildebrand, in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Es gebe zu viele Geldhäuser in Europa und etliche davon hätten auch neun Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise kein nachhaltiges Geschäftsmodell.

Hildebrand kritisierte aber nicht nur die Banken für ihre zögerlichen Aufräumarbeiten. Von der Politik vermisse er ein eindeutiges Signal, ob grenzüberschreitende Zusammenschlüsse überhaupt gewünscht seien. «Die Banken brauchen von der Politik Klarheit.»

Das Wort von Blackrock hat Gewicht. Beispiel Deutsche Bank : Hier ist die Fondsgesellschaft neben Katar grösster Aktionär - was vor allem ihrem Geschäft mit Indexfonds geschuldet ist, die Marktindizes wie den Dax eins zu eins abbilden.

Nach den Worten von Hildebrand gibt es derzeit wenig Anreiz, aktiv in europäische Bankaktien zu investieren. «Es ist frustrierend, dass sich in einer Reihe grosser europäischer Banken trotz aller Rhetorik noch immer nicht klar genug die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass eine radikale Neuorientierung des Geschäftsmodells notwendig ist.»

Speziell zur Deutschen Bank wollte sich Hildebrand in dem Interview nicht äussern. Das hat bei Blackrock Tradition. Die Fondsmanager reden mit dem Management für gewöhnlich hinter verschlossenen Türen Tacheles und treten auch nicht bei Hauptversammlungen auf.

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