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Gedrückte Stimmung bei den Anlegern

Zu Börsenschluss drehte der SMI in die Verluszone. Auch der Dow Jones sackte ab. Und dann kam auch noch die Meldung, dass vor dem Kapitol in Washington geschossen wurde.

Der sich nunmehr über drei Tage hinziehende Haushaltsnotstand in den USA setzt den New Yorker Börsen zu. Die wichtigsten Indizes gaben deutlich nach, als die Hoffnungen auf einen nur kurzen Stillstand der US-Verwaltung immer mehr schwanden.

Vor allem sorgte die Anleger, dass der Haushaltskonflikt die Verhandlungen über die als noch umstrittener geltende Anhebung der Schuldengrenze belasten könnte. Die Misere lastete an den US-Börsen vor allem auf Industriekonzernen und Versorgern.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 14'996 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,9 Prozent auf 1678 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büsste 1,1 Prozent auf 3774 Punkte ein.

Die US-Indizes weiteten ihre Verluste im Verlauf aus, als Präsident Barack Obama seinen Standpunkt im Haushaltsstreit bekräftigte. Er werde den Forderungen der Republikaner nach Abstrichen bei der Gesundheitsreform nicht nachgeben, um den Haushaltsnotstand zu beenden, sagte Obama.

Etwas eingedämmt wurden die Kursverluste dagegen zwischenzeitlich durch einen Bericht der «New York Times». Demnach zeigt sich der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses, John Boehner, entschlossen, eine Zahlungsunfähigkeit der USA zu verhindern. Doch ein Sprecher Boehners ruderte zurück, Obama ging die Republikaner scharf an, und letztlich blieben die Fronten bis Börsenschluss verhärtet.

Industriekonzerne wie Boeing oder United Technologies warnten vor Auswirkungen auf ihre Produktion. Beide sind auf Beamte angewiesen, die etwa die Herstellung von Rüstungsgütern überwachen oder neue Flugzeuge wie die Boeing 787 abnehmen. Die Papiere des EADS-Rivalen gaben 2,2 Prozent nach, die von United Technologies 1,3 Prozent. Der Versorger Exelon büsste 1,8 Prozent ein.

Keine Arbeitslosenzahlen

Der Haushaltsstreit führt auch dazu, dass am Freitag vielbeachtete Kennzahlen zum US-Arbeitslosenmarkt nicht veröffentlicht werden. Das unerwartet schwache Wachstum des Dienstleistungssektor, das am Donnerstag trotz «shutdown» bekanntwurde, drückte auf die Stimmung der Anleger.

Eine Schiesserei am Parlamentsgebäude in Washington beschleunigte die Talfahrt der Indizes zeitweise noch. Ein terroristischer Hintergrund galt aber als unwahrscheinlich.

Bei den Einzelwerten stand an der Börse Eli Lilly im Fokus. Der Pharmakonzern kündigte an, man werde die Kosten senken müssen, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Eli-Aktien lagen 3,5 Prozent im Minus.

SMI schliesst im Minus

Auch der Schweizer Aktienmarkt ist mit tieferen Notierungen aus dem Handel gegangen. Der Leitindex SMI startete zwar fester in den Tag und hielt sich lange Zeit über den Schlussnotierungen des Vortages, doch zu Börsenschluss drehte der Index in die Verlustzone.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,28 Prozent tiefer bei 7942,50 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,25% verlor auf 7549,23 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende 21 im Minus, acht im Plus und Nestlé gingen unverändert aus dem Handel.

Verluste bei Immmobilienkonzern

Bei den Blue Chips gerieten die Banken zu Handelsende unter verstärkten Abgabedruck: Credit-Suisse-Titel büssten 1,2 Prozent, UBS 1,1 Prozent und Julius Bär 1,0 Prozent ein.

Zu Gewinnmitnahmen kam es auch bei einer Reihe von Zyklikern. So gaben die Aktien des Personalvermittlers Adecco um 0,9 Prozent, die Papiere des Chemiekonzers Clariant, des Zollfreihändlers Dufry und Warenprüfkonzerns SGS um je 0,8 Prozent nach. Die grössten Verluste im SMI/SLI erlitten die Titel des Immobilienkonzerns SPS (-1,3 Prozent).

Die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,4 Prozent) und Roche (-0,2 Prozent) wechselten zu Börsenschluss hin das Vorzeichen und gingen als Verlierer aus dem Handel. Novartis hatte am Berichtstag einige weitere Studiendaten zu Gilenya und zu einem Produktkandidaten zur Behandlung von Schuppenflechten vorgestellt.

Sonova als Gewinner

Nestlé-Aktien schlossen unverändert auf 62,25 Franken. Goldman Sachs hat die Valoren des Nahrungsmittelriesen mit einem höheren Kursziel von 70,40 Franken nach zuvor 63,80 Franken beurteilt und das Rating mit Neutral bekräftigt.

Die Gewinner bei den Blue Chips wurden vom Hörgerätehersteller Sonova ( 1,7 Prozent) angeführt. Die UBS hat die Aktien des Hörgeräteherstellers auf die «Most Preferred List» genommen. Die Bank geht von einem kurzfristig guten Wachstum bei den Hörhilfen aus, weil die neuen Produkte unter dem Markennamen Phonak erfolgreich lanciert worden sind.

Fester schlossen auch die Luxusgüterwerte von Richemont und Swatch (je 0,4 Prozent). Die Credit Suisse sieht für die Schweizer Uhrenindustrie weiteres Wachstumspotential, wobei die Bedeutung Chinas als wichtiger Exportmarkt weiter zunehmen dürfte. Hohes Wachstumspotenzial weisen auch die USA, Russland und Schwellenländer wie Vietnam, Indien und Malaysia auf.

SDA/kle

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