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Freihandelsabkommen soll den USA mehr als 70'000 Jobs sichern

Die USA und Südkorea schlossen ein historisches Freihandelsabkommen ab. Damit es soweit kam, musste Südkorea aber erst eine wichtige Bedingung erfüllen.

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Südkorea muss den Importzoll für US-amerikanische Autos halbieren: Neuwagen von Ford.
Südkorea muss den Importzoll für US-amerikanische Autos halbieren: Neuwagen von Ford.

Nach dreijährigen Verhandlungen haben die USA und Südkorea ein historisches Freihandelsabkommen geschlossen. Es wurde dank eines Durchbruchs bei Auto-Zöllen möglich.

Das Freihandelsabkommen soll binnen fünf Jahren die Zölle auf 95 der gehandelten Waren beseitigen. Experten zufolge ist es voraussichtlich das grösste Handelsabkommen der USA seit dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) mit Kanada und Mexiko aus dem Jahr 1994.

Südkorea ist bisher der achtgrösste Handelspartner der USA. 2009 hatten sich die US-Exporte nach Südkorea auf 29 Milliarden Dollar belaufen. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak erklärte am Samstag in Seoul, das Abkommen werde «beiden Ländern riesige Vorteile» bringen.

US-Präsident Barack Obama zufolge wird das Abkommen die Exporte von US-Produkten nach Südkorea um bis zu 11 Milliarden Dollar pro Jahr steigern und mindestens 70'000 Jobs schaffen.

Bündnis «stärker denn je»

Das Abkommen vertiefe «das starke Bündnis zwischen den Vereinigten Staaten und der Republik Korea und verfestigt die US- Führung im asiatisch-pazifischen Raum», erklärte Obama am Samstag. Mit Blick auf die jüngsten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel betonte der US-Präsident, das Bündnis zwischen den USA und Südkorea sei «stärker denn je».

Die Lage in der Region ist derzeit äusserst gespannt. Vor anderthalb Wochen waren bei einem nordkoreanischen Artillerieangriff auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong vier Menschen getötet worden. Die USA hatten Seoul darauf ihre uneingeschränkte Solidarität bekundet und ein gemeinsames Militärmanöver abgehalten.

Ein Durchbruch bei den Verhandlungen für das Freihandelsabkommen war noch zu Obamas Besuch in Südkorea zum G-20-Gipfel Mitte November nicht in Sicht gewesen. Zuletzt wurde vier Tage lang bei Washington erneut verhandelt.

Auch Ford-Chef zufrieden

Knackpunkt waren die Importe südkoreanischer Autos in die USA. Die durch die Wirtschaftskrise schwer gebeutelte US-Autoindustrie hatte eine Flut von Importwagen befürchtet.

Die USA dürfen nun ihren bisherigen Zoll von 2,5 Prozent in den nächsten fünf Jahren beibehalten. Südkorea muss dagegen seinen Importaufschlag für US-Wagen umgehend auf 4 Prozent halbieren. Nach fünf Jahren sollen die Zölle auf beiden Seiten abgeschafft werden.

Zudem wurden die Sicherheitsvorgaben für die Einfuhr von US- Fahrzeugen nach Südkorea gelockert. Ford-Motor-Chef Alan Mulally, der sich zunächst gegen das Abkommen gestemmt hatte, lobte Obamas «unermüdlichen Einsatz». Die US-Autogewerkschaft United Auto Workers Union sprach von einem «dramatischen Schritt vorwärts».

(SDA)

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