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«Europa braucht eine grosse Bazooka mit zwei Billionen Euro»

Im Kampf gegen die Schuldenkrise müsse Europa möglichst rasch deutlich mehr Geld bereitstellen, sagt der US-Ökonom Nouriel Roubini. Er sieht neben Griechenland zwei weitere Gefahrenherde.

«Italien und Spanien sind zu gross, um Pleite zu gehen, aber auch zu gross, um gerettet zu werden»: Ökonom Nouriel Roubini.
«Italien und Spanien sind zu gross, um Pleite zu gehen, aber auch zu gross, um gerettet zu werden»: Ökonom Nouriel Roubini.
Keystone

Die Bazooka war eine raketenangetriebene Panzerabwehrhandwaffe der US-Armee. Die Bazooka als Metapher verwendet nun der renommierte Ökonom Nouriel Roubini im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Schuldenkrise in Europa. «Europa braucht eine grosse Bazooka mit mindestens zwei Billionen Euro», sagt Roubini in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Europa müsse mehr Geld zur Bekämpfung der Schuldenkrise bereitstellen. «Und darauf kann keine drei Monate mehr gewartet werden. Das muss in den nächsten Wochen über die Bühne gehen.» Die europäische Schuldenkrise könnte nach Ansicht des US-Ökonomen Folgen haben, die «schlimmer» seien als der Zusammenbruch von Lehman Brothers vor drei Jahren.

Das Problem ist laut Roubini nicht, «dass Griechenland insolvent ist, sondern dass es zwei Gefahrenherde gibt, von denen niemand redet – Italien und Spanien». Diese beiden Länder seien zu gross, um Pleite zu gehen, aber auch zu gross, um gerettet zu werden. «Sie haben an Glaubwürdigkeit am Markt eingebüsst.» Dies zeigt sich unter anderem an der Tatsache, dass zwei Wochen nach der US-Ratingagentur Standard & Poor's nun auch Moody's die Kreditwürdigkeit Italiens herabgesetzt hat.

Austritt Griechenlands aus dem Euroraum

Roubini, der die Finanzkrise ab 2008 vorausgesehen hatte, schlägt verschiedene Massnahmen gegen die Schuldenkrise vor. Es brauche eine Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und eine Zinssenkung, eine Reduzierung des Eurokurses, eine Rekapitalisierung der europäischen Banken und «ein geordnetes Verfahren für einen Austritt Griechenlands aus dem Euroraum». Weil eine Rezession drohe, brauche es zudem in den Staaten der Euro-Kernzone fiskalpolitische Stützungsmassnahmen. «Ich bin sehr besorgt, dass die Dinge ausser Kontrolle geraten könnten, wenn nicht sofort gehandelt wird», sagt Roubini.

Zur dauerhaften Rettung Griechenlands wird in der Eurozone intensiv über einen Schuldenschnitt diskutiert, wie Nachrichtenagenturen berichten. Die Troika von EZB, IWF und EU-Kommission müsse feststellen, ob die Schuldentragfähigkeit Athens noch gegeben sei. In der Zwischenzeit sind in Griechenland die Angestellten im öffentlichen Dienst aus Protest gegen die Sparmassnahmen der Regierung in einen 24-stündigen Streik getreten.

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