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Euro rutscht auf tiefsten Stand seit vier Jahren

Der Euro ist unter dem Druck der Schuldenkrise zeitweise auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen. Die Währung markierte ihr Tagestief bei 1.2237 Dollar. Auch gegenüber dem Franken verlor der Euro an Wert.

Grosse Kursschwankungen prägen derzeit die Märkte: Ein Händler beobachtet das Geschehen an den Börsen.
Grosse Kursschwankungen prägen derzeit die Märkte: Ein Händler beobachtet das Geschehen an den Börsen.
Keystone

Am Morgen war die Gemeinschaftswährung gemäss dem Finanzdatenanbieter Swissquote kurzzeitig weniger als 1.40 Franken wert Auch im späteren Handelsverlauf notierte der Euro meist nur knapp über der 1.40-Franken-Marke.

Es gebe Gerüchte, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) das Währungspaar wieder unterstütze, schrieb die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar.

Stärke des Franken macht Sorgen

«Die Flucht aus dem Euro führt zu einem starken Aufwertungsdruck auf den Franken und gefährdet damit die Preisstabilität und die konjunkturelle Erholung in der Schweiz», erklärte SNB-Präsident Philipp Hildebrand am Montag vor der Zürcher Volkswirtschaftlichen Gesellschaft.

Für die Schweiz sei die Situation «besorgniserregend», weil sie die Vorgänge nicht direkt beeinflussen könne. Sie könne nur «möglichst flexibel und wo notwendig entschieden auf die externen Geschehnisse reagieren».

Die Notenbank habe gezeigt, dass sie dazu willens und in der Lage sei, sagte der SNB-Chef gemäss Redetext weiter. Die Nationalbank hat in der jüngeren Vergangenheit in grossen Mengen Euro gekauft. Im ersten Quartal stiegen ihre Euro-Bestände wegen der massiven Käufe von 37 auf 56,4 Milliarden.

Billiger als im Herbst 2008

Zum Dollar erholte sich der Euro am Montag im späten Nachmittagshandel wieder bis auf 1.2380 Dollar. Der am Morgen erreichte Stand von 1.2237 Dollar ist der tiefste seit April 2006.

Damit war der Euro noch billiger als zur heissen Zeit der Finanzmarktkrise im Herbst 2008, als viele Anleger in den als sicheren Hafen geltenden Dollar flüchteten.

Seit Jahresbeginn hat der Euro gut 14 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar eingebüsst und sich damit schlechter entwickelt als andere grosse Währungen.

Nervöse Stimmung

An den Devisenmärkten sei derzeit eine ungemein nervöse Stimmung zu beobachten, sagte der Experte Thomas Amend von der Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus.

Die Anleger müssen sich daher auch in den kommenden Handelstagen auf zum Teil heftige Kursschwankungen einstellen. Amend hält auch ein kurzfristiges Abrutschen der Gemeinschaftswährung bis auf die Marke von 1.20 Dollar für durchaus möglich.

(SDA)

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