«Es war atemberaubend»: Dow Jones bricht schlagartig ein

Die Griechenland-Krise hat die Aktienkurse in den USA zeitweise um bis zu 8 Prozent einbrechen lassen. Inzwischen haben sie sich etwas erholt. Massiv unter die Räder kommen Banktitel.

Hektische Stunden: Händler am Donnerstagabend an der New York Stock Exchange.

Hektische Stunden: Händler am Donnerstagabend an der New York Stock Exchange.

Panikverkäufe an der New Yorker Börse haben den Dow-Jones-Index am Donnerstag zeitweilig um neun Prozent einbrechen lassen. Der Leitindex verlor am Nachmittag (Ortszeit) vorübergehend über 1000 Punkte im Vergleich zum Vortagesschluss und fiel unter 10'000 Punkte.

Binnen Minuten erholte sich der Index wieder und schloss bei rund 10'510 Zählern (minus 3,3 Prozent). Der zeitweilige Kurssturz war in Punkten gemessen der stärkste in der Geschichte der Wall Street.

Der Handelstag an der Wall Street hatte bei einem Zählerstand knapp unter 10'900 Punkten begonnen. Bis zum Nachmittag gab der Kurs langsam um etwa 200 Punkte nach, ehe er gegen 14.30 Uhr (Ortszeit; 20.30 Uhr MESZ) binnen 15 Minuten auf einen Stand von 9875 Punkten fiel - ein Tagesverlust von mehr als 1000 Zählern.

Binnen Minuten schnellte der Kurs wieder nach oben und pendelte sich um die Marke von 10'510 Punkten ein - immer noch ein Tagesverlust von mehr als 350 Punkten. Auch der Technologieindex Nasdaq und der Index S&P 500 zeigten wilde Ausschläge und verloren zum Handelsende deutlich.

Ursache unklar

Händler in New York sprachen von regelrechten Schockreaktionen auf dem Parkett. «Das ist eine Börsenpanik», sagte der Analyst Gregori Volokhine vom Finanzdienstleister Meeschaert. Was den plötzlichen Absturz ausgelöst hatte, war zunächst unklar. «Wir wissen es nicht, wir untersuchen das gerade», sagte Börsensprecher Christian Braakman.

Der Absturz kam so plötzlich, dass an der Wall Street Gerüchte kursierten, wonach hinter dem Kurssturz lediglich eine technische Panne stehe. Laut amerikanischen Medienberichten soll eine falsche Eingabe eines Händlers einen Absturz des Systems ausgelöst haben.

Händler nannten als möglichen Grund aber auch die Proteste in Griechenland gegen das Sanierungsprogramm. Händler fürchteten einen Rückzieher der Regierung und den Staatsbankrott des Landes. Analyst Volokhine wies darauf hin, dass just zum Zeitpunkt des Börsenabsturzes Bilder von gewalttätigen Protesten in Athen im US- Fernsehen liefen. «Alle Augen richten sich auf Europa», sagte der Devisenanalyst Samarjit Shankar von BNY Mellon. «Die Investoren sind beunruhigt wegen des Ansteckungsrisikos unter den europäischen Ländern.»

se/oku

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