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Erholungskurs an US-Börse vorbei

Die unsichere Lage in der Eurozone schnürte den US-Bankaktien erneut die Luft ab. Dow Jones und Nasdaq verloren 1,5, beziehungsweise 2,0 Prozent. Erstaunlich gemässigt entwickelte sich die Apple-Aktie.

Eine gewisse Zurückhaltung der Anleger vor dem Notenbanktreffen in Jackson Hole am Freitag sowie enttäuschende Konjunkturdaten haben den Erholungskurs an den US-Börsen gestoppt. Die Unsicherheiten, wie die Eurozone mit ihrer Schuldenkrise fertig werden will, schnürten auch den wochenlang gebeutelten Bankaktien erneut die Luft ab. Der Einstieg des Starinvestors Warren Buffett verschaffte der Branche im Handelsverlauf lediglich eine kurzzeitige Erholung.

Gemässigt fiel die Reaktion von Apple-Aktionären nach dem Rücktritt von Konzernchef Steve Jobs aus: Das Papier verlor 0,7 Prozent. Die Aktien des Computerkonzerns notierten kurz vor Börseneröffnung in New York um 8 Euro oder 2,1 Prozent niedriger. Das war nur die Hälfte des Verlustes, den die Aktie nach Bekanntwerden des Rücktritts im nachbörslichen Handel verzeichnete. Analysten hatten darauf verwiesen, dass Jobs' Rückzug wegen seiner gesundheitlichen Probleme nicht überraschend komme. Ausserdem bleibe Jobs dem Konzern erhalten.

Apple ist seit Anfang August mit einem Börsenwert von rund 346 Milliarden Dollar das teuerste Unternehmen der Welt. Nach der Rücktrittsankündigung stürzte der Aktienkurs des Konzerns nach Börsenschluss in New York zunächst um 5,3 Prozent ab. Apples Konkurrenz legte im frühen Handel in Asien hingegen zu. So stiegen Papiere des südkoreanischen Konzerns Samsung um 2,4 Prozent.

Dow Jones und Nasdaq auf dem Abstieg

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,5 Prozent auf 11.149 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 11.106 und 11.406 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 1,6 Prozent tiefer auf 1159 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,0 Prozent auf 2419 Punkte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,21 Milliarden Aktien den Besitzer. 719 Werte legten zu, 2303 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 493 im Plus, 2054 im Minus und 78 unverändert.

Schweizer Börse leicht im Minus

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag leicht im Minus geschlossen. Nach positivem Start kippte der Swiss Market Index (SMI) am Nachmittag im Sog der Abschläge an der Wall Street ins Minus. Der Leitindex SMI verlor zum Handelsende 0,57 Prozent auf 5298,18 Punkte.

Der breite Swiss Performance Index (SPI) sank um 0,44 Prozent auf 4824,77 Zähler. Am deutlichsten gaben die Titel der Chemiekonzerne Lonza (-1,9 Prozent) und Clariant (-1,9 Prozent) nach. Der Aktienkurs des Industriekonzerns ABB sank um 1,2 Prozent.

Zu den Verlierern gehörten auch die Aktien von Givaudan (-1,8 Prozent). Swisscom (-0,6 Prozent) und Actelion (-0,4 Prozent) gaben etwas weniger nach. Mit Novartis (-1,3 Prozent) und Roche (-0,3 Prozent) war auch die Pharmabranche von sinkenden Kursen betroffen. Die Nestlé-Aktien büssten 0,9 Prozent an Wert ein.

Bankentitel legen zu

Die Bankentitel legten hingegen nach der Einigung zwischen der Schweiz und Grossbritannien über ein Steuerabkommen zu. Die Aktien der UBS schlossen mit 0,3 Prozent, jene der Credit Suisse gar mit 1,4 Prozent im Plus.

Der Aktienkurs von Swiss Life setzte mit 1,8 Prozent den Anstieg der Vortage fort. Zurich Financial Services verloren dagegen 1,0 Prozent, der Rückversicherer Swiss Re gar 1,4 Prozent an Wert. Der Hurrikan «Irene», der im Atlantik die Bahamas hinter sich gelassen hat und auf das amerikanische Festland zusteuert, scheint die Nachfrage nach Papieren global tätiger (Rück-)Versicherer zu schmälern.

DAX eingebrochen

Der deutsche Aktienmarkt ist überraschend eingebrochen, hat seine Verluste bis zum Handelsschluss aber etwas verringert. Der Leitindex verlor 1,7 Prozent auf 5.584 Punkte, nachdem er gegen 16.00 Uhr kurzzeitig um vier Prozent nachgegeben hatte und unter die Marke von 5500 Punkten gerutscht war.

Am Mittag hatte der DAX noch knapp ein Prozent zugelegt. Händler begründeten den plötzlichen Schwächeanfall mit zahlreichen grossen Verkaufsaufträgen. Später hiess es, es kursierten Gerüchte über eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Deutschlands. Die Bestätigung der «AAA»-Einstufung durch aller drei grossen Rating-Agenturen sorgte wieder für Beruhigung. Die Ängste wurden verstärkt durch Gerüchte, wonach auch Deutschland ein totales Verbot von Leerverkäufen einführen könnte. Auch diese erwiesen sich als falsch.

Die Verluste im MDAX und im TecDAX hielten sich in Grenzen. Der Index der Nebenwerte verlor 0,5 Prozent auf 8706 Punkte, der Technologieindex gab 0,3 Prozent auf 717 Zähler nach.

dapd/kpn

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