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Eine Beruhigungspille für die nervösen Märkte

Irland brauche keine Rettungsgelder, lässt die deutsche Regierung verlauten. Das sagt sie auch im eigenen Interesse.

Das hoch verschuldete Irland braucht nach Angaben der deutschen Regierung kein Geld aus dem europäischen Rettungsfonds. Die irische Regierung habe «mehrfach und zuletzt auch heute klargestellt», dass sie keine Notwendigkeit sehe, Mittel aus dem Fonds in Anspruch zu nehmen, sagte ein Sprecher des deutschen Finanzministeriums am Freitag in Berlin.

Irland habe vielmehr bekräftigt, seinen «ehrgeizigen Konsolidierungskurs» fortzusetzen und die Bundesregierung habe «nicht den geringsten Anlass, daran zu zweifeln», erklärte der Sprecher. Im Übrigen müsse Irland sich auch erst Mitte 2011 wieder am Markt refinanzieren, also Staatsanleihen ausgeben.

Zuvor hatte die «Frankfurter Rundschau» unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass man sich auf einen Antrag Irlands auf Liquiditätshilfen aus dem europäischen Rettungsfonds bereits am Wochenende vorbereite. Ausserdem verlangten Investoren am Donnerstag für zehnjährige irische Anleihen eine Rendite von 8,846 Prozent – so viel wie noch nie seit der Einführung des Euro in Irland. Auch das nährt Spekulationen um eine mögliche Intervention.

Westerwelle telefoniert mit irischem Amtskollegen

Auch der deutsche Vizekanzler und Aussenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich am Freitag darum bemüht, Anleger in irische Staatsanleihen zu beruhigen. Der bis 2013 geltende Euro-Rettungsschirm sehe keine Einbeziehung privater Gläubiger vor, sagte er in Berlin. Darauf könnten sich die Anleger verlassen. Westerwelle sprach von «Vertrauensschutz» für die Anleger.

Die Arbeiten an dem dauerhaften Krisenmechanismus für die Zeit danach liefen. Dafür und erst dann sei eine Beteiligung privater Gläubiger vorgesehen. Damit würde das Risiko für die Käufer von Staatsanleihen steigen, was sich diese mit höheren Zinsen bezahlen lassen dürften.

Westerwelle sagte weiter, er habe zuvor mit seinem irischen Amtskollegen telefoniert und ihm dabei seinen «grossen Respekt für die Reformanstrengungen» bekundet. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) befanden sich zum Zeitpunkt von Westerwelles Stellungnahme auf dem Rückflug vom G-20-Gipfel in Korea.

AFP/oku

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