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Durchbruch bei der Bankenregulierung

Die Aufsichtsbehörden aus 27 Ländern konnten sich zusammenraufen. Die grössten Banken müssen nun zusätzlich zu den Anforderungen unter Basel III einen weiteren Kapitalpuffer aufbauen.

Systemrisiken vermindern: Der Basler Ausschuss hat seinen Sitz bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel.
Systemrisiken vermindern: Der Basler Ausschuss hat seinen Sitz bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel.

Die wichtigsten Banken der Welt sollen nach dem Willen ihrer internationalen Aufseher künftig mehr Eigenkapital halten müssen als andere. Der Zuschlag beträgt 1,0 bis 2,5 Prozent. Darauf einigten sich der Ausschuss und die Gouverneure der entsprechenden Notenbanken und Aufsichtsbehörden aus 27 Ländern, wie der Basler Ausschuss mitteilte.

Der zusätzliche Kapitalpuffer wird abgestuft nach der Systemrelevanz der Bank, das heisst deren Grösse, Vernetztheit und Bedeutung für das internationale Bankensystem, ihrer Komplexität und globalen Reichweite. Er soll nach dem Willen der Aufseher ausschliesslich aus hartem Kernkapital bestehen, also Aktien und Gewinnrücklagen.

Wie viele und welche Banken von den Auflagen betroffen sind, teilte der Basler Ausschuss nicht mit. Im Vorfeld war von 25 bis 30 Instituten die Rede, Frankreich hatte Kreisen zufolge auf eine noch höhere Zahl gedrängt.

Zu grosse Risiken verhindern

Die Beschlüsse müssen im Juli noch vom Finanzstabilitätsrat (FSB) unter Führung des künftigen EZB-Chefs Mario Draghi abgesegnet werden. Das letzte Wort haben im November die politischen Führer der G20-Staaten.

Mit den zusätzlichen Anforderungen wollen die Bankenaufseher verhindern, dass die systemrelevanten Institute so grosse Risiken eingehen, dass sie – wie in der Finanzkrise – das gesamte Bankensystem ins Wanken bringen könnten und den Steuerzahler mit Milliarden belasten würden.

Der scheidende Chef des Basler Ausschusses, der niederländische Notenbankchef Nout Wellink, sagte: «Das wird zur Widerstandsfähigkeit des Bankensystems beitragen und die Ansteckungsgefahren mildern, die von global systemrelevanten Banken ausgehen.»

Zusätzlich zu Basel III

Eingeführt werden sollen die verschärften Kapitalquoten für die weltgrössten Banken stufenweise zwischen 2016 und 2018. Bis dahin müssen sie nach den Vorschriften von Basel III ohnehin eine harte Kernkapitalquote von sieben Prozent aufbauen, so dass sich die Anforderungen für die Banken dann auf 8,0 bis 9,5 Prozent summieren.

Bisher müssen sie nur zwei Prozent echtes Kernkapital vorhalten, einschliesslich einiger Mischformen von Eigen- und Fremdkapital sind es vier Prozent.

Bläht sich eine der Grossbanken nach Auffassung der Aufseher über Gebühr auf, können sie nach dem Beschluss vom Samstag noch eine zusätzliche Kapitalauflage von einem Prozent gegen sie verhängen.

Keine CoCo-Bonds

Der Basler Ausschuss sprach sich dagegen aus, dass die Grossbanken die höheren Kapitalanforderungen auch mit Hilfe von Pflichtwandelanleihen (CoCo-Bonds) erfüllen können, die sich bei einer Krise in Aktien verwandeln.

Sie könnten aber dazu dienen, Auflagen der nationalen Aufseher zu erfüllen, die noch über die international geltenden Mindeststandards hinausgehen. So verlangt die Schweiz von ihren Grossbanken Credit Suisse und UBS noch höhere Kapitalpuffer, hat dafür aber auch CoCo-Bonds erlaubt.

(SDA)

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