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«Die SNB informierte nur sehr, sehr, sehr wenige Personen»

Für China und Europa prognostizierte der IWF einen Wachstumsrückgang. Dessen Chefin Christine Lagarde bezeichnete die Lage nach Aufhebung des Euromindestkurses durch die SNB als unberechenbar.

Wurde von der SNB nicht vorab informiert: IWF-Chefin Christine Lagarde in Dublin. (19. Januar 2015)
Wurde von der SNB nicht vorab informiert: IWF-Chefin Christine Lagarde in Dublin. (19. Januar 2015)
Keystone

Nach der Aufhebung des Euromindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank hofft IWF-Chefin Christine Lagarde auf eine baldige Beruhigung der Märkte. Im Moment sei die Lage unberechenbar, sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Sie hoffe, dass die grosse Volatilität bald vergessen sei, sagte die Französin bei einem Besuch in Dublin. Lagarde hatte sich nach dem Entscheid vom Donnerstag überrascht gezeigt und gesagt, sie sei vorgängig nicht orientiert worden. Offenbar seien nur «sehr, sehr, sehr wenige Personen» vorab informiert worden, sagte sie nun.

Weltwirtschaft wird langsamer wachsen

Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr nach Vorhersagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) langsamer als erwartet wachsen. Der IWF schraubte seine bisherige Prognose für das globale Wachstum um 0,3 Punkte auf 3,5 Prozent nach unten.

Vorteile durch fallende Ölpreise würden durch ungünstige andere Faktoren wie schwächere Investitionen wegen geringerer Wachstumserwartungen zunichtegemacht, hiess es in dem Bericht, den der IWF am Dienstag in Peking vorlegte.

Die Prognose für die Eurozone wurde um 0,2 Punkte nach unten auf 1,2 Prozent korrigiert. 2016 sollen es 1,4 Prozent werden – 0,3 Prozent weniger.

Allerdings wurde die Wachstumsvorhersage für die USA wegen der starken heimischen Nachfrage in der grössten Volkswirtschaft der Erde für 2015 um 0,5 Punkte auf 3,6 Prozent nach oben korrigiert.

China wächst so langsam wie lange nicht mehr

Die Wirtschaft in China ist im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent gewachsen. Das ist das langsamste Wachstum seit 1990, dem Jahr nach der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung, als Wirtschaftssanktionen gegen China verhängt worden waren.

Nach Angaben des chinesischen Statistikamtes vom Dienstag in Peking wuchs die zweitgrösste Volkswirtschaft der Erde im vierten Quartal wie im Quartal davor nur noch um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Damit wurde das Ziel der Regierung in Peking, die ursprünglich 7,5 Prozent für das ganze Jahr angestrebt hatte, erstmals seit Ende der 90er-Jahre knapp verfehlt. In den Jahren 2012 und 2013 waren bei gleicher Vorgabe aus Peking jeweils 7,7 Prozent Wachstum erreicht worden.

Das Wachstum der Industrieproduktion verlangsamte sich im vergangenen Jahr auf 8,3 Prozent, nachdem sie im Jahr zuvor noch 9,7 erreicht hatte. Die Anlageinvestitionen kühlten sich auch ab und legten nur um 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

SDA/chk

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