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Die Schweiz als «Opfer ihres eigenen Erfolgs»

Der Frankenkurs könnte wegen der Atom-Krise weiter steigen, befürchtet Aymo Brunetti. Auch einen erneuten Schlag für die Finanzmärkte schliesst der Chefökonom des Seco nicht aus.

Japans Krise kann Schweizer Wirtschaft treffen: Aymo Brunetti, Chefökonom des Seco.
Japans Krise kann Schweizer Wirtschaft treffen: Aymo Brunetti, Chefökonom des Seco.
Pascal Lauener, Reuters

Im Fall einer atomaren Katastrophe wäre die Schweizer Wirtschaft vor allem durch eine weitere Erstarkung des Franken in Gefahr. «Wir könnten noch stärker Opfer unseres eigenen Erfolges werden, wenn unsere Währung als sicherer Hafen zusätzlich gesucht wäre», sagt Aymo Brunetti in einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag».

Der Chefökonomen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) nennt darin zwei Risiken, die durch die Atom-Krise in Japan ausgelöst werden könnten: Zum einen ein Produktionsausfall in Japan, zum anderen ein neuer Schlag für die Finanzmärkte.

Atomares Risiko ist grösste Gefahr

«Dies wäre problematisch, weil viele Banken und Finanzinstitute sich noch nicht wirklich von der Finanzkrise erholt haben. Es wäre ein ähnlicher Effekt zu befürchten wie bei der Euro-Krise, wo Asset- Probleme letztlich zu Bankenproblemen wurden», so Brunetti.

Die Gefahr für die Weltwirtschaft bestehe vor allem im atomaren Risiko. Die Folgen des Erdbebens und des Tsunamis alleine wären zu bewältigen. «Vorab ist zu sagen, dass Japan und die schwer geprüften Menschen in dem Land unser tiefes Mitgefühl und unsere Solidarität verdienen», sagt Aymo Brunetti.

Verschuldung als Risiko

Rein ökonomisch betrachtet würden aber weder das Erdbeben noch der Tsunami ein echtes Problem für die Weltwirtschaft darstellen. «Denn aus der Erfahrung wissen wir, dass die Folgen von Naturkatastrophen, so verheerend sie lokal auch sind, für die Weltwirtschaft relativ gering sind, auch wegen des expansiven Effekts des Wiederaufbaus.»

Im Fall von Japan seien diesbezüglich aber Vorbehalte wegen der hohen Staatsverschuldung zu machen. «Das Land muss jetzt zusätzlich extrem viel Geld in die Hand nehmen, was ein Risiko bedeuten kann.»

Die Japanische Notenbank hatte bereits in der letzten Woche mehrmals mit Geldspritzen versucht, die Anleger zu beruhigen. Zuletzt stellte sie am Donnerstag umgerechnet rund 56 Milliarden Franken zur Verfügung.

SDA/jcu

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