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Die Billion-Dollar-Last der US-Studenten

US-Studierende stehen durchschnittlich mit 34'000 Dollar in der Kreide. Künftig dürfte dieser Betrag noch ansteigen. Schuld ist die radikale Sparpolitik, die staatliche Universitäten besonders zu spüren bekommen.

«Stoppt die Kürzungen»: Studierende an der University of California at Berkeley protestieren gegen die Sparmassnahmen im Jahr 2010. (Archivbild)
«Stoppt die Kürzungen»: Studierende an der University of California at Berkeley protestieren gegen die Sparmassnahmen im Jahr 2010. (Archivbild)
Keystone

Die US-Regierung und die Opposition ringen gegenwärtig um ein Sparprogramm, um die Zahlungsunfährigkeit des Staates abzuwenden. Bisher ohne Erfolg. Klar ist einzig: Die USA müssen sparen, wenns geht an allen Ecken und Enden.

Eine Sparte, die den Spardruck bereits jetzt stark zu spüren bekommt, ist die Bildung. Auf dem Buckel der Universitäten streichen die US-Bundesstaaten laufend Leistungen und erhöhen gleichzeitig die Studiengebühren. Verheerend für ein Land, das sich stets auch durch den guten Ruf seiner Bildunginstitutionen auszeichnete.

Gemäss Recherchen der «Zeit» kürzen nahezu alle US-Staaten seit der Finanzkrise ihre Bildungsinvestitionen. Die staatlichen Hochschulen in Florida verloren seit 2008 24 Prozent ihrer Zuschüsse. In Arizona erhalten die Unis 21 Prozent weniger Mittel. Die Regierung in Pennsylvania schlug für das kommende Halbjahr gar Kürzungen von 52 Prozent vor.

Hohe Studiengebühren

Besonders hart trifft die staatliche Bildungsmüdigkeit auch den für seine renommierten Universitäten bekannte Staat Kalifornien. Schon letztes Jahr kündigte Gouverneur Jerry Brown Einsparungen von 20 Prozent an, die nun umgesetzt werden. Für das kommende Schuljahr will der bevölkerungsreichste Staat damit eine Billion Dollar einsparen. Die Universitäten bekommen diese radikalen Sparmassnahmen, wie die «Huffington Post» schreibt, unmittelbar zu spüren: Personal wird entlassen, Lerngruppen werden vergrössert und die Studiengebühren steigen an.

Wie die «Zeit» schreibt, sind zwei Drittel der US-Hochschulabsolventen verschuldet. Im Schnitt stehen Studierende am Ende ihrer Ausbildung mit 34'000 Dollar in der Kreide. Insgesamt ergibt sich eine Schuldensumme von 928 Milliarden Dollar. Mit Blick auf die ansteigenden Studiengebühren dürfte die Billionen-Grenze bald geknackt sein. An der renommierten University of California Berkeley beträgt die Jahresgebühr im Bachelorstudium gegenwärtig 12'200 – doppelt so viel, wie noch vor fünf Jahren. In Arizona oder Oregon bezahlen Studierende bis zu 28'000 Dollar, um ein Jahr lang vom Ausbildungsangebot einer Universität zu profitieren.

Hohe Gehälter für Professoren

Die Studierenden reagieren zunehmend verärgert auf die ständig ansteigenden Gebühren. Studenten-Proteste gehören schon seit längerer Zeit zum Stundenplan von fast jedem Campus-Bewohner. Kommt dazu, dass Universitäten vermehrt auf ausländische Studierende setzen, um sich zu finanzieren. Im Vergleich zu den Einheimischen bezahlen Ausländer bis zu dreimal höhere Gebühren.

Im Widerspruch zum hohen Preis, der für das Bildungsangebot zu entrichten ist, stehen die hohen Gehälter, die den Dozenten entrichtet werden. Was in der Schweiz für grosse Entrüstung sorgen würde, ist an US-Unis scheinbar gang und gäbe: Millionengehälter für Professoren. Gemäss einer Statistik der Sacramento Bee war Berkeley-Professor Timothy H. McCalmont mit knapp zwei Millionen Dollar im Jahr 2009 der Topverdiener.

Doch auch die Professoren sind nicht auf Rosen gebettet. Gemäss der «Zeit» bekommen die Wissenschaftler zunehmend Zwangsferien verordnet, was Gehaltseinbussen nach sich zieht. Als Resultat flüchten bekannte Professoren zu Unis, die ihnen die hohen Gehälter weiter garantieren können. Weil private Universitäten nun «Blut geleckt» haben, werben sie zurzeit wie Piranhas um renommierte Professoren.

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