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Deutschlands klügster Professor als Rattenfänger

Dass sich der streitbare deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn an die Spitze eines akademischen Saubannerzuges gegen Brüssel stellt, ist kein Zufall. Ein Kommentar.

Philipp Löpfe

Der EU-Krisengipfel wird von den meisten Ökonomen zwar nicht als ein Durchbruch, aber immerhin als ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gewertet. Typisch etwa das Verdikt von Martin Wolf, Chefökonom der «Financial Times»: «Nützliche Schritte sind gemacht worden. Der wichtigste davon sind die Abmachungen, die es erlauben, dass die europäischen Rettungsfonds den unterkapitalisierten Banken direkt helfen können», schreibt der einflussreichste Wirtschaftsjournalist der Welt. Doch nicht alle Ökonomen sind wohlwollend gestimmt. In Deutschland gehen 160 Wirtschaftsprofessoren auf die Barrikaden gegen eine befürchtete Bankenunion. Angeführt werden sie von Hans-Werner Sinn, dem Leiter des Ifo-Instituts in München. Er sieht in diesen Beschlüssen den Anfang einer katastrophalen Entwicklung, unter der noch «unsere Kinder und Enkel leiden werden».

Dass Hans-Werner Sinn sich an die Spitze dieses akademischen Saubannerzuges gegen Brüssel stellt, ist kein Zufall. Er pflegt sich immer wieder mit pointierten Voten in die politische Diskussion einzuschalten und ist ein gern gesehener Dauergast verschiedener TV-Talkshows. Dabei scheint es niemanden zu kümmern, dass seine Prognosen in der Vergangenheit meilenweit von der Wirklichkeit entfernt lagen.

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