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Deutsche Steuerhinterzieher müssen trotz Selbstanzeige ins Gefängnis

Nur wer auf einmal alle Konten im Ausland angibt, kann auf Milde hoffen. Wer erst nach und nach alles gesteht, dem droht Haft.

Herbert Welber konnte nicht mehr ruhig schlafen. Als die Zeitungen im Frühjahr ständig über CDs mit den Daten deutscher Steuersünder berichteten, glaubte er, die Verfolger im Nacken zu spüren. Der bayerische Freiberufler, der in Wahrheit anders heisst, wollte reinen Tisch machen. Zwei Jahrzehnte lang hatte Welber Vermögen in die Schweiz transferiert, um Steuern zu sparen. So hatten sich 10 Millionen Euro angesammelt, für deren Erträge er keine Abgaben zahlte. Welber suchte einen Anwalt auf, der eine Selbstanzeige fürs Finanzamt aufsetzte. Fast 2 Millionen soll Welber nun zahlen. Aber dafür kann er wieder ruhig schlafen, muss keine Angst mehr vor dem Gefängnis haben. Oder doch?

Ein paar Wochen nach dem ersten Termin meldete sich Welber erneut beim Anwalt. Er hatte ein Konto in Österreich vergessen, von dem aus er den Unterhalt eines Ferienhauses bestritt. Auf diesem Konto sammelten sich jedes Jahr einige Tausend Euro Kapitalerträge an. Kleingeld im Vergleich zu den sonstigen Gewinnen. Aber genug, um Welbers Nachtruhe erneut empfindlich zu stören.

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