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Der Schweiz droht auch ein schlechter Tourismus-Sommer

Bereits letzten Winter setzte der starke Franken dem Schweizer Tourismus zu. Besserung gibt es laut den Konjunkturexperten der ETH erst 2016.

Kommen nicht mehr so oft in die Schweiz wie auch schon: Touristen aus dem Ausland blicken auf den Lungerersee.
Kommen nicht mehr so oft in die Schweiz wie auch schon: Touristen aus dem Ausland blicken auf den Lungerersee.
Keystone

Der starke Franken und der Rückgang bei den russischen Gästen drücken in diesem Jahr auf die Übernachtungszahlen. Die Anzahl der Logiernächte wird um 0,6 Prozent zurückgehen. Doch das Tourismusjahr 2016 wird besser. Die Anzahl der Logiernächte wird im kommenden Jahr um 0,8 Prozent steigen. Zu diesem Schluss kommen die Experten der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich.

Bereits in der vergangenen Wintersaison hat sich die Aufwertung des Frankens gezeigt. Vor allem Gäste aus dem Euroraum blieben aus. Auch reisten weniger russische Touristen in die Schweiz.

Keine bessere Sommersaison

Die Sommersaison wird gemäss Prognosen nicht besser. Im Unterschied zur Wintersaison werden auch die inländischen Gäste weniger Ferien in der Schweiz machen. Damit erhält der Tourismus gemäss KOF nach zwei Jahren Erholung wieder einen Dämpfer.

Die Bruttowertschöpfung des Tourismus wird sich im laufenden und im kommenden Jahr leicht verschlechtern. Die Prognosen gehen von einem Rückgang von 2,1 Prozent in diesem Jahr und von minus 1,1 Prozent 2016 aus.

Auch die hiesige Hotellerie rechnet mit einer schwierigen Sommer- und Wintersaison. Auf der einen Seite kämen die Gäste aus dem Ausland, vor allem aus der EU und aus Russland, weniger in die Schweiz, teilte der Branchenverband Hotelleriesuisse mit. Andererseits geraten die Preise unter Druck.

Stadthotels profitieren

«Aufgrund der Preissensibilität der Euroländer ist davon auszugehen, dass der starke Franken das Buchungsverhalten der Gäste aus diesen Märkten beeinflussen wird», schreibt Hotelleriesuisse. Gesamthaft würde knapp die Hälfte der befragten Betriebe die angelaufene Sommersaison im Vergleich zum Vorjahr schlechter einschätzen.

Insbesondere die Ferienhotellerie erwarte einen Rückgang bei den Gästeübernachtungen. Die Stadthotels würden indes von den Geschäftsreisen profitieren.

Hoffen auf schönes Wetter

«Aufgrund zunehmender Spontanbuchungen im Sommergeschäft wird das Wetter eine zentrale Rolle spielen, um den Logiernächterückgang in Grenzen zu halten», erklärte Hotelleriesuisse-Chef Christoph Juen im Communiqué. Wenn das Wetter schön sei, sei zu erwarten, dass die Schweizer oder Leute aus unseren Nachbarländern sich spontan für Ferien in der Schweiz entscheiden würden.

«Denn bei den Vorausbuchungen haben wir keine guten Rückmeldungen», sagte Juen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Lediglich knapp die Hälfte der befragten Betriebe rechne damit, das Vorjahresniveau erreichen zu können. 40 bis 45 Prozent der Befragten habe negative Erwartungen für die Sommer- und Wintersaison. Davon seien jetzt auch die Luxushotels betroffen, die sich lange stabil gehalten hätten.

Die gute Nachricht sei, wenn die Konjunktur in gewissen Ländern wieder anziehe, nehme auch die Lust auf Ferien in der Schweiz wieder zu. Das erlebe man jetzt mit Gästen aus Amerika oder Grossbritannien, sagte Juen. Auf der anderen Seite gehe der Rückgang bei den Gästen aus Frankreich, Italien und den Beneluxstaaten weiter.

Preisdruck gravierend

Diesen Rückgang könnten auch die Gäste aus Asien nicht wettmachen, die zahlreicher in Schweizer Hotels eincheckten. «Ich hoffe auf eine Stabilisierung der Gästezahlen aus Europa», sagte Juen.

Gravierend sei der Preisdruck, dem sich die Hotels nicht entziehen könnten. «Die Erträge werden sinken, auch wenn nächstes Jahr die Übernachtungszahlen wieder anziehen sollten», sagte Juen.

Der Hotelleriesuisse-Chef rechnet mit einem Preisrückgang von 5 bis 10 Prozent im laufenden Jahr und einem Preisrückgang von 5 Prozent im Jahr 2016. Dadurch kämen auch zahlreiche finanziell gesunde Betriebe unter Druck. Jetzt gelte es, die hohe Qualität bei den Dienstleistungen und der Hotelinfrastruktur in den Fokus zu rücken, um im harten Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können.

SDA

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