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Der Rubel rollt in Farnborough

Bei der internationalen Luft- und Raumfahrtmesse in Farnborough sind am Dienstag viele weitere Aufträge in Milliardenwert vergeben worden.

Gute Stimmung: Crew-Mitglieder eines Boeing 787 Dreamliners auf dem Flugplatz in England.
Gute Stimmung: Crew-Mitglieder eines Boeing 787 Dreamliners auf dem Flugplatz in England.

Schon an den ersten beiden Tagen der Luftschau, die als Stimmungsbarometer für die Branche gilt, gingen damit Bestellungen im Gesamtvolumen von mehr als 25 Milliarden Dollar ein. Bei der Schwesterveranstaltung Le Bourget in Paris im vergangenen Jahr wurden während der gesamten Messe Aufträge im Wert von nur sieben Milliarden Dollar verkündet.

Der Optimismus erstreckt sich allerdings allein auf die zivile Luftfahrtindustrie: In der militärischen Luftfahrt ist nach zwei Jahren des Stillstands angesichts von Kürzungen im Verteidigungsetat vieler Länder von einem Auftragswettlauf nichts zu spüren.

Am zweiten Tag der bis kommenden Sonntag dauernden Messe schloss der brasilianische Flugzeugbauer Embraer einen Deal mit dem britischen Billigflieger Flybe im Volumen von 5 Milliarden Dollar nach Listenpreisen ab. «Es ist eine gute Zeit für den Flugzeugkauf», sagte Flybe-Chef Jim French nach Vertragsunterzeichnung für den verbindlichen Kauf von 35 Embraer 175 sowie 105 weitere Kaufoptionen und -absichten.

LAN Airlies will 50 Airbus-Flieger kaufen

Airbus hat nach dem Grossauftrag von Montag im Wert von 4,4 Milliarden Dollar erneut Positives zu vermelden: So will die chilenische Fluggesellschaft LAN Airlines ihre Flotte mit 50 Airbus-Fliegern der A320-Familie aufstocken. Wie die Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS mitteilte, wurde am Dienstag eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Bei zehn der Flieger handelt es sich um das Modell A321. Sollte der Auftrag in vollem Umfang bestätigt werden, hätte er ein Volumen von 4,2 Milliarden Dollar nach Listenpreisen. Bei Flugzeugbestellungen sind allerdings hohe Rabatte die Regel.

Hong Kong Airlines schlug auf der Messe ebenfalls zu und unterzeichnete eine Absichtserklärung für den Kauf von Airbus-Fliegern des Typs A350 und A330 im Wert von 5,7 Milliarden Dollar. Die irische Flugzeugleasingfirma Avolon erteilte einen Auftrag für zwölf Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 737-800 im Wert von 921 Millionen Dollar nach Listenpreisen.

Kürzungen im Verteidigungsetat belastet Industrie

Während sich die zivile Luftfahrt über lukrative Deals freuen konnte, bleibt die Stimmung im Militärbereich gedrückt. So wollen die USA als grösster Verteidigungsmarkt ihren Etat binnen fünf Jahren um 100 Milliarden Dollar kürzen. Die britische Regierung als wichtiger Markt für Militärflugzeuge in Europa erwägt Einsparungen von 20 Prozent.

Der Weltluftfahrtverband IATA rechnet für das laufende Jahr mit einem weltweiten Branchengewinn von 2,5 Milliarden Dollar nach einem Verlust von 9,4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Asien und Nordamerika werden die Erholung nach IATA-Einschätzung anführen, Europa dürfte weiter schwächeln. Auch Analysten beurteilen den Branchentrend positiv, gehen aber nicht davon aus, dass in Farnborough Aufträge im Wert von knapp 90 Milliarden Dollar wie im Rekordjahr 2008 erteilt werden.

dapd/raa

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