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Der nächste S&P-Schlag gegen die Euroretter

Nach 15 Euroländern hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's auch dem europäischen Rettungsfonds mit der Herabstufung gedroht. Beim Euro-Rettungsfonds zeigt man sich wenig überrascht.

Der Euro-Rettungfonds muss um sein Toprating bangen: Ein Mann geht durch den Eingangsbereich im Gebäude des europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS) in Luxemburg.
Der Euro-Rettungfonds muss um sein Toprating bangen: Ein Mann geht durch den Eingangsbereich im Gebäude des europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS) in Luxemburg.
Keystone

Nach Deutschland und fast allen anderen Euroländern muss nun auch der Euro-Rettungsfonds EFSF um seine Spitzenbonität bangen. Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte heute den Ausblick auf negativ und warnte mit einer Herabsetzung des AAA-Ratings um ein oder zwei Stufen. Das wäre ein weiterer Rückschlag für die Stabilisierung der Währungsunion.

Erst am Vortag hatte S&P eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Deutschland, Frankreich und 13 weiteren der 17 Eurostaaten angekündigt. Als Grund wurde die sich zuspitzende Schuldenkrise genannt.

Keine Überraschung

Beim EFSF gab man sich heute wenig überrascht von der Warnung aus London. Wenn die AAA-Staaten, auf die sich die Topbonität des Fonds stützt, selbst herabgestuft würden, sei der Schritt nur logisch. Zudem wurde aus dem Umfeld des EFSF betont, dass S&P seine Entscheidung vom Ausgang des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag abhängig mache.

Wenn die Staats- und Regierungschefs «ein starkes Ergebnis liefern», drohe auch keine Herabstufung. Wegen der guten Vorarbeiten für den Gipfel gehe man nicht davon aus, dass S&P tatsächlich den Daumen senke.

Teurere Geldleihen

Falls doch, wäre das ein weiterer Dämpfer für die Euro-Retter. Denn die Attraktivität des EFSF für Investoren würde beschädigt. Erst in der vergangenen Woche hatten die Finanzminister den Rettungsfonds mit zwei Hebeln ausgestattet, um seine Feuerkraft zu vervielfachen. Doch wegen des Misstrauens an den Märkten scheint die angepeilte Summe von einer Billionen Euro schon mit dem AAA-Rating nicht zu erreichen. Bei einer Herabstufung würde auch für den EFSF das Geldleihen teurer.

Am Dienstag übte man sich in Luxemburg dennoch in Zweckoptimismus: Schliesslich sei es Italien erstmals wieder gelungen, Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit mit Zinsen unterhalb von sechs Prozent zu platzieren. «Da tut sich was», hiess es. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass sich der Gipfel in Brüssel zu einem Befreiungsschlag aufrafft.

AFP/dapd/wid

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