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Der Grossbetrüger und seine Mittäter

Bernard Madoff wirft den Banken vor, seinen Betrug durchschaut und trotzdem mitgespielt zu haben, um am Gewinn teilzuhaben.

Gibt den Banken Mitschuld: Bernard Madoff.
Gibt den Banken Mitschuld: Bernard Madoff.
Keystone

Der für den Rest des Lebens inhaftierte Milliardenbetrüger sieht mehrere Grossbanken und Fondsmanager als bewusste Mittäter seines Schwindels. Seine Familie hingegen habe nichts gewusst, ebenso wenig wie die Besitzer des Baseballclubs New York Mets, die dank ihm massive Gewinne einstrichen.

In seinem ersten, auszugsweise veröffentlichten Interview seit der Verhaftung im Dezember 2008 vollzieht Madoff eine Kehrtwende. Entgegen früherer Behauptungen, den Schwindel völlig allein aufgezogen und durchgehalten zu haben, macht er nun die ihm zudienenden Geldmanager mitverantwortlich. «Ich sage, dass die Banken und Fonds in der einen oder anderen Form Mitwisser waren», so Madoff gegenüber der «New York Times». «Sie mussten es gewusst haben. Aber ihre Haltung war, nicht wissen zu wollen, wenn ich etwas Krummes drehen sollte.» Dieses Teilhaben an einem 16 Jahre lang operierenden Betrugsring machte Madoff auch gegenüber dem Sachwalter seiner Kunden, Irving Picard, klar. Er habe Picard mehrere Male im Gefängnis getroffen und ihm Informationen anvertraut, die ihm das Rückfordern der Pseudoprofite ermöglicht habe. Hingegen weigerte sich Madoff nach seinen Worten, der Justiz Belastungsmaterial zu übergeben, das strafrechtliche Untersuchungen gegen Banken und Fondsmanager hätte erleichtern können.

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