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Chávez zum Herrn der grössten Ölvorkommen erklärt

Venezuela löst Saudiarabien als Land mit den grössten Ölreserven ab. Bei der neuen Berechnung wurden mehr Schwerölvorkommen miteinbezogen. Den Arabern bleibt aber ein entscheidender Vorteil.

Das von Hugo Chávez regierte Venezuela hat Saudiarabien an der Spitze der Ölländer abgelöst und ist nun der Staat mit den grössten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Nach Angaben der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) verfügt das südamerikanische Land über Vorkommen von 296,5 Milliarden Barrel (1 Barrel = 159 Liter), der bisherige Spitzenreiter Saudiarabien kann auf 264,5 Milliarden Barrel zurückgreifen.

Venezuelas Reserven hätten sich erhöht, da nun ein grösserer Anteil der Schwerölvorkommen des Landes in die Berechnung einbezogen worden sei, teilten Analysten mit. Sie gaben jedoch auch zu bedenken, dass die Förderung und Verarbeitung von Schweröl aufwendiger und kostspieliger als bei herkömmlichem Rohöl sei.

Saudis sitzen am Ölhahn

Deshalb sei es unwahrscheinlich, das der Wechsel an der Spitze der Ölstaaten einen Einfluss auf die Märkte oder die Machtstrukturen in der Opec haben wird. «Ich glaube nicht, dass sich die grundsätzlichen Kräfteverhältnisse in der Opec verändern», sagte Energieanalyst Jason Schenker.

In der Zukunft würden Venezuelas Reserven zwar eine wichtige Rolle für die globale Erdölversorgung spielen, derzeit seien die Kosten für Förderung und Verarbeitung des Schweröls jedoch noch zu hoch. «Die Saudiaraber haben derzeit die Macht, weil sie in der Lage sind, ihre Förderkapazitäten sofort zu erhöhen», sagte Schenker.

dapd/rub

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