Zum Hauptinhalt springen

Boni doppelt so hoch wie der Gewinn

Die US-Investmentbank Goldman Sachs präsentiert magere Zahlen – dafür umso dickere Entschädigungen für ihre Angestellten. Dank der Finanzkrise winkt den Bankern gar ein noch grösserer Bonus.

Die Investmentbank Goldman Sachs überweist ihren Angestellten für das Jahr 2010 variable Einkommen im Umfang von 17,5 Milliarden Dollar. Das meldet die «New York Times». Das ist beinahe so viel wie vor der Krise: 2007 zahlte Goldman 20,19 Milliarden Dollar an Boni aus.

Dies wird am gleichen Tag bekannt, an dem Goldman Sachs einen Gewinnrückgang von 12,2 Milliarden Dollar im Jahr 2009 auf 7,7 Milliarden Dollar im Jahr 2010 meldet. «Die wirtschaftlichen Bedingungen waren die meiste Zeit des Jahres schwierig», sagte Bankchef Lloyd Blankfein heute vor den Medien. Im vierten Quartal verdiente die US-Investmentbank mit 2,2 Milliarden Dollar nicht mal halb so viel wie im extrem starken Vorjahreszeitraum. Damals hatte die Bank unterm Strich 4,8 Milliarden Dollar herausbekommen. Vor allem das einst so lukrative Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen schwächelte.

Über 20 Milliarden Dollar in zwölf Jahren

Die Recherchearbeit der «New York Times» und ihrer Partner fördert weitere Details zutage. So können sich die Goldman-Partner auf einen Geldsegen freuen, den sie ausgerechnet der deprimierten Stimmung nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 verdanken. Der Grund: Im Dezember 2008 verteilte die Bank 36 Millionen Optionen für den Kauf je einer Goldman-Aktie an die Mitarbeiter. Der Preis, entsprechend dem rekordtiefen Kurs zu der Zeit, liegt bei 78,78 Franken. Inzwischen ist der Goldman-Kurs auf über 170 Dollar gestiegen – ein potenzieller Gewinn von 90 Dollar pro Aktie. Die Aktien sind bis im Januar 2014 gesperrt. Wenn die Angestellten dann zu einem ähnlich hohen Kurs verkaufen können, winkt ihnen viel Geld.

Mit diesem Modell erzielen Goldman-Partner seit Jahren Zusatzeinkommen, wie die Analysen der NYT weiter ergeben haben. In den letzten zwölf Jahren haben die insgesamt 860 früheren und heutigen Partner so über 20 Milliarden Dollar eingenommen. Chef Lloyd Blankfein alleine verkaufte Papiere im Wert von 130 Millionen Dollar. Und noch immer besitzen er und seine Familie Goldman-Anteile zum aktuellen Kurswert von 355 Millionen Dollar.

SDA/oku

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch