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Bernankes Aussagen hievten SMI über 8000 Punkte

Die Schweizer Börse hat die Marke von 8000 Punkten zwischenzeitlich geknackt. Der US-Notenbankchef sowie seine Kollegen in Europa und Japan bekräftigten ihre ultralockere Geldpolitik.

Die Aussicht auf eine weiterhin ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat der Schweizer Börse heute Auftrieb gegeben. Der Leitindex SMI notierte zwischenzeitlich über den psychologisch wichtigen 8000 Punkten.

Das Ende der Geldschwemme der Fed dürfte noch auf sich warten lassen. Fed-Chef Ben Bernanke hatte am Mittwochabend gesagt, der ultralockere Kurs sei auch in absehbarer Zukunft erforderlich. Die Lage am Arbeitsmarkt sei nicht so gut wie es die Arbeitslosenquote vermuten lasse.

Auch die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Fed-Sitzung von Mitte Juni stimmten die Anleger positiv: Demnach waren viele Notenbanker der Überzeugung, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt erst noch weiter verbessern müsse, bevor die Fed das Tempo drosseln sollte.

EZB und BOJ bekräftigen Niedrigzinspolitik

Europas Währungshüter setzen ihre Politik des extrem billigen Geldes auf absehbare Zeit fort. «Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden», bekräftigte die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht.

Damit bricht die Notenbank mit ihrer langjährigen Tradition, sich in geldpolitischen Entscheidungen nicht im Vorfeld festzulegen. Zentralbankchef Mario Draghi hatte den Kurswechsel vergangene Woche nach der Sitzung des EZB-Rats bekanntgegeben. Was genau mit «für längere Zeit» gemeint ist, lässt die EZB jedoch offen.

Vor der EZB hatte heute auch die Japanische Notenbank (BOJ) mitgeteilt, die Notenbanker hätten einstimmig die lockere Geldpolitik bekräftigt. Im Kampf gegen die Deflation wollen sie die Geldbasis jährlich um 60 bis 70 Billionen Yen (579 bis 675 Milliarden Franken) aufstocken. Die Notenbank hielt auch an ihrem Ziel fest, innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Teuerungsrate von zwei Prozent zu erreichen. In ihrer Konjunkturprognose äusserten sich die Notenbanker optimistischer über die Entwicklung. «Japans Wirtschaft beginnt, sich moderat zu erholen», erklärte die Bank von Japan.

Aufwärts an den Börsen

Der Schweizer Aktienmarkt schloss schliesslich leicht fester. Der Leitindex SMI startete zunächst mit deutlichen Aufschlägen und über der 8'000-Punktemarke in den Handel. Für Auftrieb sorgte der Ausblick auf eine weiter anhaltend lockere US-Geldpolitik.

Das FOMC-Protokoll und die Rede von Ben Bernanke zeigten, dass es innerhalb der Notenbank Fed verschiedene Meinungen gebe. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit eines eher späteren als früheren Abschieds von den Anleihekäufen, sagte ein Händler.

Nach dem im frühen Handel markierten Tageshoch gab der SMI in einem weitgehend impulslosen Handel bis zum Schluss aber nach. In der zweiten Handelshälfte belasteten vor allem die Abgaben in den bis dahin wenig veränderten Pharmaschwergewichten Roche und Novartis.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,19 Prozent höher auf 7986,40 Punkten (Tageshoch 8039). Der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,21 Prozent auf 7540,26 Zähler.

News lagen kaum vor: Der Personalvermittler Adecco (plus 1,5 Prozent) ist ins Visier der französischen Wettbewerbsbehörde geraten. Diese hat eine Untersuchung wegen möglicher Verletzungen des französischen Wettbewerbsrechts eingeleitet.

Clariant mit grösstem Plus

Die Titel des Spezialchemiekonzerns Clariant zeigten mit 2,7 Prozent das grösste Plus und forcierten damit den seit Wochenbeginn anhaltenden Aufwärtstrend. Gegenüber dem Gesamtmarkt hätten Clariant ein gewisses Nachholpotential, hiess es.

Den Bankenwerten der UBS (plus 0,9 Prozent) werde ein kurzfristiges Potenzial von 5 bis 7 Prozent zugetraut, da sich das Zinsmargen-Umfeld aussichtsreicher und die Währungslage vielversprechend präsentiere, hiess es. Die Konkurrenzpapiere der CS (plus 0,3 Prozent) gaben zum Handelsende hin deutlich nach, profitierten unter dem Strich aber auch vom unverändert stabilen Ausblick.

Die prozentual grössten Verluste zeigten aber die zyklischen Kühne Nagel (minus 1,1 Prozent). Das Unternehmen wird am kommenden Montag die Halbjahreszahlen publizieren. Branchenexperten zufolge habe sich das Marktumfeld für Logistikdienstleister im zweiten Jahresviertel kaum verbessert. Tiefer schlossen nur noch Transocean (minus 0,6 Prozent) und Swisscom (minus 0,2 Prozent).

SDA/rub

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