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Bauboom: Flut von Gesuchen nach Zweitwohnungs-Initiative

Der Bauboom in der Schweiz hält nicht nur unvermindert an, er hat sich diesen Sommer laut einem Bauindex sogar noch akzentuiert. Im Alpenraum wurden die Behörden zudem von Baugesuchen überflutet.

Die Unterbrüche des Winters wettmachen: Ein Wohnhaus entsteht in Kindhausen bei Effretikon ZH. (9. Juli 2012)
Die Unterbrüche des Winters wettmachen: Ein Wohnhaus entsteht in Kindhausen bei Effretikon ZH. (9. Juli 2012)
Keystone

In der Schweiz wird immer mehr gebaut. Weil im Winter Arbeiten wetterbedingt verschoben werden mussten, holen die Bauunternehmen diese nun nach. Mit 137 Punkten liegt der Bauindex für das dritte Quartal 5,6 Prozent über dem Stand des zweiten Quartals. Das satte Plus reflektiert für die Ökonomen der CS neben dem Aufholeffekt die nach wie vor intakte Baukonjunktur.

Zum ersten Mal seit zwei Jahren verzeichnete der Index zudem gleichzeitig beim Wohnungsbau, beim Bau von Büro-, Gewerbe- und Industrieliegenschaften und beim Tiefbau ein Plus. Dies lasse auf hohe Umsätze der Bauwirtschaft im dritten Quartal schliessen, hiess es dazu am Donnerstag in der Medienmitteilung.

Auch Geschäftsbau zieht an

Besonders stark zeigt sich der Wohnbauboom angesichts der tiefen Hypothekarzinsen wenig überraschend beim Wohnungsbau. In diesem Bereich haben sich im Winter die Aufträge besonders gestaut. Zudem bleibe die Nachfrage nach Wohnraum hoch, ein Überangebot gebe es höchstens an schlechten Wohnlagen.

Seit langem erstmals wieder deutlich gestiegen ist die Bautätigkeit für Geschäftszwecke. Mit grosser Verzögerung würden nun viele der 2011 bewilligten Projekte für die Bauwirtschaft umsatzwirksam.

Flut an Gesuchen nach Zweitwohnungs-Initiative

Ein Ende des Baubooms zeichnet sich nicht ab. In vielen Regionen liegt die Zahl der Neubaugesuche über dem Mittel der letzten zehn Jahre, insbesondere im Alpenraum. Schweizweit beträgt der Überhang in den letzten sechs Monaten satte 25 Prozent. Darunter befinden sich 30 Baugesuche für Überbauungen mit mehr als 100 Wohnungen.

Nach Annahme der Initiative zur Beschränkung von Zweitwohnungen ist es in einigen Gebieten zu einem Ansturm gekommen: Laut Bauindex stapeln sich als Reaktion auf den baldigen Baustopp Baugesuche für Zweitwohnungen. In Graubünden sind im Mai und Juni jeweils Gesuche für mehr als 450 Wohnungen eingegangen, was dem dreifachen des langjährigen Monatsmittels entspricht.

Ähnlich ist die Situation im Wallis. Auch im Kanton Uri, in Teilen der Ostschweiz, im Jura und im Saanenland liegen die Baugesuche markant über dem langjährigen Schnitt. Dazu schreiben die Autoren der Studie: Wieviele dieser Wohnungen angesichts der unsicheren Rechtslage noch realisiert werden können, werde sich in den kommenden Monaten zeigen.

SDA/ses/rub

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