Banker verpfänden Autos für Weihnachtsgeschenke

Den Wunsch nach extravaganten Geschenken, exklusiven Luxusferien oder Christmas-Shopping in New York erfüllen sich Banker offenbar gern durch die Verpfändung eines ihrer Autos.

Banker würden oft mehrere teure Autos besitzen: Ein Ferrari am Paradeplatz in Zürich. (18. April 2013)

Banker würden oft mehrere teure Autos besitzen: Ein Ferrari am Paradeplatz in Zürich. (18. April 2013)

(Bild: Keystone)

Dem Kaufrausch in der vorweihnächtlichen Zeit verfallen offensichtlich auch Banker. Um ihren erhöhten Liquiditätsbedarf vor den Festtagen zu decken, verpfänden sie ihre Autos, wie das Auto-Pfandhaus.ch in der deutschen Exklave Büsingen zu berichten weiss.

Das 2007 gegründete Auto-Pfandhaus.ch ist laut eigenen Angaben der einzige Schweizer Pfandleihbetrieb, der kurzfristige mit Autos gesicherte Kredite von 3000 bis maximal 80'000 Franken gewährt. Und in der Vorweihnachtszeit gehören vermehrt auch Banker zur Kundschaft des Pfandleihbetriebs.

Luxusferien dank Verpfändung

«Den Wunsch nach extravaganten Geschenken, exklusiven Luxusferien oder Christmas-Shopping in New York erfüllen sich Banker gern durch die Verpfändung eines ihrer Autos», wird Cedric Domeniconi, Mitgründer und Partner von Auto-Pfandhaus.ch, in der Mitteilung zitiert.

Für Domeniconi hat dies einen einfachen Grund. «Diese Berufsgruppe möchte den übers Jahr gepflegten Lebensstandard auch zur Weihnachtszeit aufrechterhalten, die Boni werden ihnen aber erst zwischen Februar und April des folgenden Jahres ausbezahlt.»

Zudem wollten Banker in dieser Zeit ihren Aktienhandel ankurbeln. Um vom Vorweihnachts-Rally an der Börse profitieren zu können, nähmen sie einen Vorschuss auf ihren Bonus, indem sie eines ihrer oft mehreren teuren Autos kurzfristig und vorübergehend in bare Münze umwandelten.

Nicht nur Banker

Domeniconi ist sich auch sicher, dass sich diese Menschen im allgemeinen Konsumrausch vor allem aufgrund des sozialen Drucks geradezu zum Luxus «gezwungen» fühlten.

Dieses Phänomen sei aber nicht bloss auf Angehörige der Bankbranche beschränkt. Auch andere Gutverdienende wie Manager und Mitglieder des mittleren und oberen Kaders würden vermehrt vor Weihnachten die Dienstleistungen des Autopfandhauses in Anspruch nehmen.

Versteigerungen mehrmals jährlich

Der Grund liege bei ihnen allerdings oft woanders. «Wenn das Geld für den 13. Monatslohn der Angestellten nicht reicht, kann bei uns die Liquidität schneller wiederhergestellt werden, als wenn man dazu erst mit der Hausbank lange diskutieren muss», meint Domeniconi.

Das Pfandhaus führt mehrmals pro Jahr Versteigerungen mit nicht ausgelösten Fahrzeugen durch. Es ist allerdings eher die Ausnahme, dass Autos unter den Hammer kommen. Neun von zehn Kunden lösten ihre fahrbaren Untersätze nach der gesetzlichen Minimaldauer von drei Monaten wieder ein, heisst es.

rar/sda

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