Verschnaufpause für die Nationalbank

Um den Euro-Mindestkurs zu verteidigen, schwollen seit Mitte Mai die Giroguthaben der Nationalbank wöchentlich zwischen vier und 18 Milliarden Franken an. Letzte Woche waren es erstmals deutlich weniger.

Etwas weniger Druck: Der Bundesplatz und dahinter die Schweizerische Nationalbank in Bern.

Etwas weniger Druck: Der Bundesplatz und dahinter die Schweizerische Nationalbank in Bern.

(Bild: Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat vergangene Woche offenbar erstmals seit Mitte Mai nicht mehr massiv im Devisenhandel intervenieren müssen, um den Euro-Mindestkurs zu verteidigen. Die Giroguthaben der inländischen Banken bei der SNB betrugen im Wochenschnitt 277,537 Milliarden Franken. Das sind 238 Millionen Franken mehr als in der Vorwoche.

Die Giroguthaben bei der SNB deuten für Beobachter an, in welchem Umfang in etwa die Notenbank an den Devisenmärkten interveniert hat. Wenn die SNB Devisen kauft, um damit den Franken schwächer zu machen, schreibt sie den Franken-Gegenwert der jeweiligen Bank gut.

Der Anstieg ist der geringste seit Mitte Mai; seither schwollen die Giroguthaben wöchentlich um zwischen vier Milliarden und 18 Milliarden Franken an. Damals hatte sich die Flucht in den Franken wieder verstärkt, da sich die Regierungsbildung in Griechenland hinzog und Spaniens Banken in Schieflage gerieten. Seither haben sich die Giroguthaben um insgesamt 126,6 Milliarden Franken erhöht.

Kaum Entspannung am Devisenmarkt

Die Devisenanlangen der SNB weiteten sich im zweiten Quartal gemäss früheren Angaben um 119,6 Milliarden auf 365,1 Milliarden Franken aus. Im Juli kamen 41,4 Milliarden Franken hinzu, wovon erneut der grösste Teil auf Devisenkäufe zur Durchsetzung des Euro-Mindestkurses von 1.20 Franken zurückging.

Die gesamten Devisenanlagen der SNB erreichten Ende Juli 406,5 Milliarden Franken. Davon dürften über 200 Milliarden in Euro angelegt sein. Denn zur Jahresmitte hatten 60,1 Prozent der Devisenanlagen auf Euro gelautet. Diesen Anteil gibt die SNB nur quartalsweise bekannt.

Am Devisenmarkt hat sich die Lage allerdings kaum entspannt. Nach einer minimen Erholung Anfang Monat klebt der Euro mit rund 1.2010 Franken wieder sehr nahe am SNB-Mindestkurs. Zum Dollar ist die europäische Gemeinschaftswährung von 1.24 wieder unter 1.23 Dollar gefallen.

bru/sda

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