Niall Ferguson lobt Schweizer Bankenstrategie

Interview

Die Schweiz gehe mit ihrer «Too big to fail»-Strategie den richtigen Weg, sagt der führende Wirtschaftshistoriker im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Ausserdem hat Ferguson eine Botschaft an die Schweizer.

Lob für die Schweiz: Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson. (Video: Jan Derrer)
Olivia Kühni

Die Schweiz stehe wirtschaftlich ausgezeichnet da, sagte der Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Den Graben zwischen boomender Wirtschaft und traditionsbewussten Strömungen gebe es, doch die Schweiz schaffe den Spagat zwischen Modernität und Tradition gut. Ferguson, Dozent an der Universität Harvard und der London School of Economics und einer der weltweit gefragtesten Denker, trat am Donnerstag am Swiss Economic Forum in Interlaken auf.

Von aussen betrachtet sähen die Probleme der Schweiz oft gar nicht wie Probleme aus, sagte Ferguson weiter. Dem Land gehe es wirtschaftlich gut, es leide nicht unter einer explodierenden Staatsverschuldung wie viele andere Staaten und habe die Finanzkrise vorbildlich bewältigt. Ferguson rät den Schweizern: «Sorgt euch nicht.»

Lob für «Too big to fail»-Strategie

Ferguson sagte im Interview weiter, eine zusätzliche Regulierung der Banken sei notwendig. Die Schweizer Banken seien gut mit der Krise umgegangen, und das Land habe sich nicht verschulden müssen, um seinen Instituten unter die Arme zu greifen. Jetzt gelte es sicherzustellen, dass die Schweizer Banken zu den bestkapitalisierten der Welt gehören. Bei vielen der kleinen Institute sei dies bereits der Fall. Die Grossen aber, insbesondere die UBS, hätten sich mit ihren hohen Einsätzen an Fremdkapital zu sehr wie Wallstreet-Banken aufführen können.

Die «Too big to fail»-Strategie der zuständigen Schweizer Finanzexperten befürwortet Ferguson sehr. Die Vorgabe von mindestens 19 Prozent Eigenkapital sei sinnvoll. Die Unterversorgung der Banken weltweit sei eine «Anleitung zum Desaster» gewesen. Schade sei nur, dass andere Länder solche Regeln nicht schon vor zehn Jahren umgesetzt hätten.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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