Frankenschock kostet viele Arbeitsplätze

Am Freitag jährt sich die Aufhebung des Mindestkurses. Doch Schweizer Firmen und der Arbeitsmarkt leiden noch einige Quartale unter dem Entscheid der Nationalbank.

Fällte vor einem Jahr einen umstrittenen Entscheid: Die Schweizerische Nationalbank auf dem Bundesplatz in Bern. (9. September 2015)

Fällte vor einem Jahr einen umstrittenen Entscheid: Die Schweizerische Nationalbank auf dem Bundesplatz in Bern. (9. September 2015)

(Bild: Keystone Peter Klaunzer)

Die Industrie leidet weiterhin am Entscheid der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015, den Mindestkurs von Fr. 1.20 pro Euro aufzuheben. «Exportorientierte Firmen haben die Frankenaufwertung noch nicht bewältigt», sagt Daniel Küng, Chef von Switzerland Global Enterprise, im Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Die schwierige Lage wird sich noch einige Quartale weiter hinziehen.»

In einer Umfrage beklagten 74 Prozent der Firmen einen Margenrückgang, 33 Prozent davon sogar einen starken Einbruch der Margen, sagt Küng. Switzerland Global Enterprise ist für die Aussenwirtschaftsförderung zuständig. Der umstrittene Entscheid der Nationalbank, der sich am kommenden Freitag zum ersten Mal jährt, hat die zuvor gut laufende Konjunktur deutlich gebremst. Das Wirtschaftswachstum betrug 2015 nur noch 0,7 Prozent, nachdem die Schweiz im Vorjahr mit 1,9 Prozent mehr als doppelt so stark gewachsen war.

Die Lähmung der Wirtschaft kostet Stellen: Im Dezember 2015 zählten die Arbeitsämter 11'000 Arbeitslose mehr als Ende 2014. Immerhin rechnet Küng von Switzerland Global Enterprise damit, dass es bei der Ansiedlung ausländischer Firmen in der Schweiz zu einer Trendwende kommen könnte. «Wir schätzen auf Basis unserer Kontakte, dass das Niveau 2015 gehalten werden könnte, womöglich haben wir die Talsohle erreicht», sagt Küng der «NZZ am Sonntag».

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