Franken schwächt sich weiter ab – Analysten dennoch pessimistisch

Erstmals seit der Aufhebung des Mindestkurses Mitte Januar kostete ein Euro kurzzeitig wieder mehr als 1.07 Franken. Mittelfristig sagen Experten der Wirtschaft trotzdem eine schlechtere Entwicklung voraus.

Experten sind unsicher, wie sich der Franken gegenüber dem Euro entwickeln wird: Schweizer Münzen liegen auf Euronoten.

Experten sind unsicher, wie sich der Franken gegenüber dem Euro entwickeln wird: Schweizer Münzen liegen auf Euronoten.

(Bild: Keystone)

Grund für das grössere Vertrauen in den Euro könnte die Meldung sein, dass die griechische Regierung im Schuldenstreit mit den Europartnern jetzt doch einen Schritt auf die Geldgeber zu mache. Nach der Aufhebung des Mindestkurses hatte sich der Euro gegenüber dem Franken stark abgewertet. Kurzzeitig war ein Euro am 15. Januar für weniger als 98 Rappen zu haben.

Dennoch sagen Finanzmarktanalysten der Schweizer Wirtschaft in den nächsten sechs Monaten eine deutlich schlechtere Entwicklung voraus als bisher. Der ZEW-Indikator sank um 62,2 Punkte auf neu –73,0 Punkte. Es ist der grösste Einbruch in der Geschichte des Index.

Grund für den pessimistischen Ausblick ist die Aufwertung des Frankens in den letzten Wochen, wie dem monatlichen Finanzmarktreport der Credit Suisse zu entnehmen ist. Eine ähnlich grosse Einigkeit über den konjunkturellen Abschwung habe es zuletzt im September 2011 gegeben, hiess es. Entsprechend rechnen die Analysten auch mit einem Anstieg der Arbeitslosenrate.

Unveränderte Erwartung bei Zinsen

Aufgrund der Frankenstärke, die die Preise für importierte Güter deutlich sinken lässt, ging auch das Mass für die Inflationserwartung zurück. Auch für die USA sank das entsprechende Mass. Hingegen stieg die Erwartung hinsichtlich der Inflation in der Eurozone an.

Bei den kurzfristigen Zinsen bleiben die Erwartungen sowohl für die Schweiz wie auch für die Eurozone unverändert. Über 80 Prozent rechnen damit, dass die Zinsen auf dem derzeit tiefen Niveau verharren werden. Gut ein Drittel der Analysten glaubt, dass die Zinsen in den USA in den nächsten sechs Monaten steigen werden.

Auch bei den langfristigen Zinsen in der Schweiz rechnen die Experten mit einem Anstieg. Hingegen gingen die langfristigen Zinserwartungen für die USA leicht zurück. Über die Wertentwicklung des Frankens gegenüber dem Euro herrscht bei den Analysten grosse Unsicherheit. Insgesamt wird aber eher mit einer Abwertung des Frankens gerechnet.

rar/sda

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