Acht Banken fallen durch den Stresstest – drei Länder betroffen

Acht von 91 untersuchten Banken haben den Stresstest nicht bestanden. Drei Länder sind davon betroffen. 16 weitere Finanzinstitute haben nur knapp bestanden.

Nicht bestanden: Die ATE Bank aus Griechenland.

Nicht bestanden: Die ATE Bank aus Griechenland.

(Bild: Keystone)

Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) fielen knapp drei Jahre nach Ausbruch der weltweiten Finanzmarktkrise acht der insgesamt 90 untersuchten Banken durch. 16 weitere nahmen die Hürde einer Kernkapitalquote von fünf Prozent nur knapp.

Gemäss der heute Abend veröffentlichten Ergebnisse des Stresstests scheiterten neben fünf spanischen und zwei griechischen Instituten auch die viertgrösste Bank Österreichs, die Österreichische Volksbanken (ÖVAG). Der ÖVAG-Generaldirektor Gerald Wenzel erklärte, der Test sei für sein Haus zu früh gekommen. Die Bank hatte diese Woche bekannt gegeben, eine osteuropäische Tochter an die russische Sberbank zu verkaufen.

Nur knapp die Anforderungen des Stresstests bestanden haben auch zwei deutsche Banken, die beiden Landesbanken HSH Nordbank und NordLB. Von einer weiteren Landesbank, der Landesbank Hessen- Thüringen (Helaba), wurden die Daten nicht veröffentlicht. Zwischen der EBA und der Heleba war es diese Woche zum Streit darüber gekommen, ob stille Einlagen des Bundeslandes Hessen zum harten Kernkapital gezählt werden können oder nicht.

Ergebnisse nicht überraschend

Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, haben die Ergebnisse des Stresstests nicht überrascht: Er hält Österreichs Banken für generell krisenfest, obwohl eine der drei geprüften Banken beim Test durchgerasselt ist.

In Spanien, wo fünf von 25 Instituten durchgefallen sind, stellt man sich sogar auf den Standpunkt, dass die fehlbaren Banken kein frisches Kapital brauchen. Die Geldhäuser hätten den Test nur deswegen nicht bestanden, weil eine Besonderheit des spanischen Finanzsystems - nämlich besondere Rücklagen für Krisenzeiten - nicht berücksichtigt worden seien, hiess es von Seiten der spanischen Zentralbank.

Im krisengeschüttelten Griechenland schliesslich, wo zwei Banken den Stresstest nicht bestanden, zeigte sich Notenbank-Chef Giorgos Provopoulos trotz allem optimistisch: Die nach Ende April vorgenommenen Kapitalerhöhungen der beiden Banken seien «ermutigend», erklärte er im staatlichen Rundfunk.

Gegenmassnahmen bis Ende Jahr

Die EU-Finanzminister pochen nun darauf, dass der Test nicht wie im Vorjahr ohne Konsequenzen bleibt. Banken, die nur mit Mühe bestanden haben, sollen unter verschärfte Beobachtung der nationalen Aufseher gestellt werden. Die durchgefallenen Banken sollen binnen drei Monaten Gegenmassnahmen ergreifen und sich bis Jahresende mehr Kapital besorgen.

Beim Stresstest wurden wirtschaftliche Krisen wie etwa ein Konjunktureinbruch und Turbulenzen an den Finanzmärkten simuliert. Beim ersten Stresstest im vergangenen Jahr, dem andere Kriterien zugrunde lagen, hatten sieben Institute nicht bestanden.

Die Ergebnisse des diesjährigen Banken-Stresstests fallen mitten in eine Phase, in der Europa uneins ist über ein neues Milliarden- Hilfspaket für den Schuldensünder Griechenland und die die Krise auf Italien und Spanien überzuschwappen droht.

jak, fib/dapd, sda

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