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Kantonalbanken versprechen Vorsicht im Hypothekargeschäft ZKB-Chef Scholl: Keine Panik wegen Immobilienmärkten

Trotz tiefer Zinsen und einem harten Wettbewerb sehen sich die Kantonalbanken nicht als Treiber einer möglichen Immobilienblase.

Die 24 Staatsinstitute versprechen hoch und heilig, vorsichtig zu sein bei der Vergabe von Hypotheken. Der wiederholt ausgestreckte Warnfinger der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gegenüber den Banken zur Einhaltung strenger Belehnungsstandards wird laut Martin Scholl, Chef der Zürcher Kantonalbank (ZKB), ernst genommen: «Uns trennt nichts von der Haltung der Nationalbank», sagte Scholl am Freitag in Zürich. Laut Scholl, der gleichzeitig als Vizepräsident des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) amtet, ist zwar durchaus ein «gefährlicher Cocktail» entstanden: Tiefe Zinsen, ein starker Wettbewerb unter den Banken und im Kanton Zürich schwer verfügbare Mietwohnungen führten zu gewissen Versuchungen. «Die Banken haben aber aus der Immobilienkrise der 90er-Jahre gelernt», sagte der Chef der mit Abstand grössten Kantonalbank in der Schweiz anlässlich eines VSKB-Mediengesprächs. Der Wertberichtigungsbedarf der Institute habe sich in letzter Zeit nur leicht erhöht. Preisanstieg erklärbar Die Mahnungen der Nationalbank und der Finanzaufsichtsbehörde Finma führten tendenziell zu einer erhöhten Aufmerksamkeit. Eine Immobilienblase bildet sich laut Scholl nicht. Der Preisanstieg beim Wohneigentum sei selbst im besonders ausgeprägten Fall des Grossraumes Zürich durch gestiegene Einkommen und vor allem durch die Zuwanderung erklärbar. Die Kantonalbanken beherrschen rund ein Drittel des Schweizer Hypothekenmarktes und hatten laut VSKB Mitte Jahr 265 Mrd. Fr. an Forderungen ausstehen. Ihr Marktanteil in der Vergabe von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betrug sogar über 36 Prozent. Wegen ihrer wichtigen Stellung erwachse den Instituten eine Verantwortung zur Vorsicht, sagte der seit Juli amtierende Präsident des Schweizerischen Kantonalbankenverbands (VSKB), Peter Siegenthaler. Daher seien eine konservative Geschäftspolitik und eine solide Eigenmittelausstattung wichtig. «Die Staatsgarantie ist kein Ruhekissen und keine Hängematte», sagte Siegenthaler angesichts der Tatsache, dass bis auf eine Kantonalbank alle 24 Verbandsmitglieder eine teilweise oder volle Garantie durch die Kantone geniessen.

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