Jungfraubahnen so erfolgreich wie noch nie

Die Jungfraubahn-Gruppe hat im Jahr 2017 einen Rekordgewinn eingefahren. Es verbleiben aber auch zwei grosse Sorgen.

Die Asiaten sind zurück: Der Andrang ist oft so gross (Bild: Kleine Scheidegg), dass die Zahl der Gäste auf dem Jungfraujoch auf 5250 pro Tag begrenzt wurde.

Die Asiaten sind zurück: Der Andrang ist oft so gross (Bild: Kleine Scheidegg), dass die Zahl der Gäste auf dem Jungfraujoch auf 5250 pro Tag begrenzt wurde. Bild: Bruno Petroni

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Mit den Jungfraubahnen geht es steil aufwärts. Die Gruppe mit dem Jungfraujoch als international bekanntem Ausflugsziel steigerte den Verkehrsertrag im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 144 Millionen Franken.

Unter dem Strich werde ein Gewinn von über 40 Millionen Franken stehen, kündigte das Unternehmen gestern an. Die genaue Zahl wird im April mit dem vollständigen Geschäftsbericht veröffentlicht.

Gewinn steigt sprunghaft

Bereits jetzt ist aber klar, dass die Bahn den bisherigen Rekordgewinn von 36,2 Millionen Franken aus dem Jahr 2015 deutlich übertroffen hat. Dazu trugen Steigerungen bei allen Segmenten bei, wie das von Urs Kessler geführte Unternehmen bilanziert.

Mit ­Abstand am wichtigsten ist der Ausflugsverkehr auf das Jungfraujoch. Hier wuchs der Verkehrsertrag um 15 Prozent auf 107,2 Millionen Franken. Nach der Einbusse im Vorjahr fuhren wieder deutlich mehr Asiaten auf das Jungfraujoch.

Die Bahn intensivierte das Marketing in Asien, nachdem dort die Nachfrage nach Europareisen wegen der Verunsicherung über Terroranschläge gesunken war. Dies mit Erfolg: Total reisten 2017 zum zweiten Mal nach 2015 mehr als eine Million Gäste zum Jungfraujoch, nämlich 1'041'500 Gäste.

Auch bei sämtlichen anderen kleineren Bergbahnen konnte die Gruppe ihre Einnahmen steigern. So erhöhte sich der Verkehrsertrag bei der Harderbahn um rund 40 Prozent, bei der Firstbahn um 18 Prozent und bei der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren um 12 Prozent.

Jetzige Skisaison ernüchternd

Beim Wintersport profitierte die Gruppe zwar von frühem Schneefall und kalten Temperaturen im November 2017. So konnte die Jungfrau-Skiregion, an der die Jungfraubahnen über 60 Prozent halten, früh in die Saison starten. Der Verkehrsertrag in diesem Segment stieg so im letzten Jahr um 6,5 Prozent.

Das Wintersportgeschäft bleibt dennoch das eine Sorgenkind. Mit 20,7 Millionen Franken ist der Verkehrsertrag im Vergleich zu früheren Spitzenjahren nämlich immer noch tief. Und im Januar sorgten zahlreiche Betriebseinstellungen wegen der Sturmwinde für einen Rückschlag. Deshalb sei «nicht von einer starken Saison auszugehen», hiess es.

Um wieder mehr Skifahrer auf die Pisten zu locken, hatte die Jungfrau-Skiregion zusammen mit den Skigebieten Adelboden-Lenk, Meiringen-Hasliberg und Gstaad ein gemeinsames Saisonabonnement zum Vorverkaufspreis von 666 Franken lanciert. Das Ziel von 20'000 verkauften Abos sei mit 36'200 Abokäufen zwar deutlich übertroffen worden.

«Um im Wintersport wieder zu den Besten zu gehören und nachhaltig die Gästezahlen zu steigern, benötigen wir aber die rasche Umsetzung des Projekts V-Bahn.Patrizia Bickel
Mediensprecherin

«Um im Wintersport wieder zu den Besten zu gehören und nachhaltig die Gästezahlen zu steigern, benötigen wir aber die rasche Umsetzung des Projekts V-Bahn», sagt Jungfraubahnen-Sprecherin Patrizia Bickel. Dies ist die zweite Sorge der Jungfraubahn-Gruppe: Gegen die V-Bahn mit den beiden neuen Gondelbahnen von Grindelwald Grund zum Eigergletscher respektive zum Männlichen ist noch eine Einsprache hängig.

Die Jungfraubahnen versuchen, mit der Gruppe von drei Geschwistern eine Einigung zu erzielen. Die Baubewilligung vom Bundesamt für Verkehr wird bis Ende April 2018 erwartet. «Nach wie vor sind wir optimistisch, dass wir unseren Plan mit einem Baustart im Juni einhalten können», sagt Bickel.

Damit wäre die Inbetriebnahme der neuen Männlichen-Gondelbahn Ende 2019 möglich. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.02.2018, 10:41 Uhr

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