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Julius Bär verachtfacht Gewinn

Die Gewinnzahlen der Privatbank glänzen. Die Steigerung ist aber nicht primär das Resultat einer sprunghaften Verbesserung des Geschäftsverlaufs.

Freut sich über Gewinnsprung: CEO Boris Collardi, hier während einer Generalversammlung. (Archivbild)
Freut sich über Gewinnsprung: CEO Boris Collardi, hier während einer Generalversammlung. (Archivbild)
Keystone

Die Privatbank Julius Bär hat im ersten Halbjahr den Gewinn gegenüber dem Vorjahr vervielfacht. Der Gewinnsprung ist jedoch vor allem das Resultat hoher Sonderkosten im ersten Semester 2015. Geschäftlich erreichte die Bank ein solides Resultat.

Die Bankengruppe Julius Bär hat ein gutes Halbjahr hinter sich. Der Konzerngewinn fiel mit 362,1 Millionen Franken mehr als achtmal höher aus als im Vorjahr. Die verwalteten Vermögen nahmen um 3,9 Prozent auf 311,4 Milliarden Franken zu. Entsprechend erfreut äussert sich Julius Bär Chef Boris Collardi. «Die neuerliche Ausrichtung auf organisches Wachstum, ohne mögliche Übernahmen auszuschliessen, zahlt sich mehr und mehr aus», lässt er sich in der Mitteilung vom Montag zitieren.

Sondereffekte

Die markante Verbesserung des Gewinns im ersten Halbjahr ist jedoch nicht primär das Resultat einer sprunghaften Verbesserung des Geschäftsverlaufs. Die Bank hat auch deutlich von Sondereffekten profitiert. So fiel im Vorhalbjahr eine Rückstellung von 326 Millionen Franken für die Beilegung des US-Steuerstreits an. Zudem haben sich die Ausgaben für Amortisationen und Abschreibungen halbiert (von 93,8 Millionen Franken auf 47,2 Millionen Franken).

Ohne diese Sondereffekte fällt das Ergebnis solide aus. Der bereinigte Gewinn stieg um 4,7 Prozent auf 402,0 Millionen Franken. Der Nettoneugeldzufluss betrug 5,5 Milliarden Franken nach 6,5 Milliarden Franken im Vorjahr. Der Betriebsertrag nahm um 1,2 Prozent auf 1,42 Milliarden Franken zu.

Rückläufiges Handelsgeschäft

Im Verhältnis zum verwalteten Vermögen war die Bank weniger rentabel unterwegs als im Vorjahr. Die durchschnittlichen Vermögen sind nämlich mit 6,0 Prozent deutlich stärker als die Einkünfte gestiegen. Die Bank erklärt diesen Rückgang mit der niedrigeren Kundenaktivitäten als im Vorjahr. Damals hatte Julius Bär von der Aufhebung des Euromindestkurses profitiert, der den Handel belebte.

Tatsächlich reduzierte sich die Erträge aus dem Handelsgeschäft innert Jahresfrist um 12 Prozent auf 298 Millionen Franken. Beim ebenfalls von der Zurückhaltung der Kunden betroffenen Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft reduzierte sich der Erfolg um 7 Prozent auf 739 Millionen Franken. Deutlich um 26 Prozent auf 330 Millionen Franken dagegen nahmen die Erträge aus dem Zinsengeschäft zu.

Diese in Anbetracht der Negativzinsen erstaunliche Steigerung ist die Folge verschiedener Faktoren. So konnte die Privatbank das Volumen der Ausleihen um 12 Prozent steigern und gleichzeitig die Kreditmargen ausdehnen. Die Bank hat zudem bei der Kapitalbeschaffung und Bewirtschaftung Fortschritte gemacht.

Verbesserung erwartet

Auf der Ausgabenseite sticht ins Auge, dass die Privatbank trotz einem deutlichen Anstieg der Vollzeitstellen um 9,2 Prozent auf 5856 die Personalausgaben um 1 Prozent auf 623 Millionen Franken hat senken können. Grund dafür ist jedoch vor allem eine Anpassungen des Pensionskassenplans in der Schweiz, der die Kosten um 63 Millionen Franken reduziert hat. Ohne diese Anpassung erhöhte sich der Personalaufwand im Einklang mit der Zunahme der Angestellten um 9 Prozent.

Beim Ausblick erwartet die Bank gemäss den Unterlagen eine leichte Verbesserung des Geschäftsverlaufs im zweiten Halbjahr. So soll die um Sondereffekte bereinigte Kosten-Einkommensrate (CIR) von 71 Prozent im ersten Halbjahr auf 68 bis 69 Prozent für das Gesamtjahr sinken. Die Mittelfristziele lässt die Bank unverändert. So strebt Julius Bär nach wie vor eine CIR von 64 bis 68 Prozent an. Die Neugeld- und die Vorsteuermarge soll 4 bis 6 Prozent respektive mehr als 30 Basispunkte betragen.

SDA/woz

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