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Italien hofft auf Milliarden aus Verkauf von Staatsbesitz

Bern Das hoch verschuldete Italien rechnet bei einem Verkauf von Staatseigentum mit Einnahmen von 35 bis 40 Milliarden

Euro. Allein die Veräusserung von Immobilien und Grundstücken könne zwischen 25 und 30 Milliarden Euro in die Kassen spülen, geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Dokument des Finanzministeriums hervor. Weitere zehn Milliarden Euro könnten durch die Versteigerung von CO2-Emissionsrechten eingenommen werden. Mit dem Verkauf von Staatseigentum könne das Defizit um 9,8 Milliarden Euro pro Jahr gesenkt werden. Die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Das entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - daran gemessen ist nur Griechenland in der Euro-Zone höher verschuldet. Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Rom ein Defizit von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2012 soll die Neuverschuldung auf 1,4 Prozent fallen. 2013 wird ein ausgeglichener Haushalt angepeilt. Die enormen Schulden haben Italien ins Visier der Finanzmärkte gerückt: Das Land muss Anlegern historisch hohe Zinsen zahlen. Bei der ersten Auktion von zehnjährigen Staatsanleihen nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur S&P mussten Investoren am Donnerstag mit einem durchschnittlichen Zins von 5,86 Prozent gelockt werden. Zinsniveau sorgt für Tränen Noch nie seit Einführung des Euro waren die Kosten des Landes für frisches Geld so hoch. Zum Vergleich: Deutschland zahlte vergangene Woche mit 1,80 Prozent einen Zins, der so niedrig war wie nie zuvor. Ein Analyst sagte zur Lage Italiens und des von den Investoren verlangten Risikoaufschlags: «Dieses Zinsniveau sorgt für Tränen.» Die Nachfrage nach den Papieren war gering. Die Auktion war 1,37- fach überzeichnet. Das ist zwar mehr als bei der vorangegangenen Versteigerung im August, aber weniger als im langfristigen Durchschnitt. Insgesamt nahm der Staat mit der Auktion langlaufender Bonds 7,86 Milliarden Euro ein. S&P stufte vorige Woche die Kreditwürdigkeit Italiens überraschend um eine Note auf «A» herunter und begründete den Schritt mit hohen Schulden, langsamem Wachstum sowie der fragilen Regierung. Staatsanleihen des Landes gelten damit nur noch als «prinzipiell sichere Anlage». Die Ratingagentur warnte zudem vor weiteren Herabstufungen, indem sie an ihrem negativen Ausblick festhielt.

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