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Hochtief sucht bei Anlegern Schutz vor ACS

Düsseldorf Der deutsche Baukonzern Hochtief versucht, im Übernahmekampf mit dem spanischen Konkurrenten ACS das Ruder noch einmal herumzureissen.

Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter legte dazu am Donnerstag ein Massnahmenbündel vor, um den Hochtief-Kurs in die Höhe zu treiben. Es reicht von Beteiligungsverkäufen bis zu einem Sparpaket. Mit Kurssteigerungen will Hochtief eine Übernahme verteuern und den spanischen Konkurrenten unter Real-Madrid-Boss Florentino Perez ins Abseits stellen. Ein Kursfeuerwerk lösten die Ankündigungen nicht aus. ACS trieb seine Übernahmepläne indes weiter voran und reichte seine Offerte offiziell bei der deutschen Finanzaufsicht ein. Töchter sollen verkauft werden «Wir versuchen, unsere Aktionäre nachhaltig zu überzeugen, dass es für sie rentabel ist, Hochtief die Treue zu halten», betonte Lütkestratkötter. Ködern will Hochtief die Investoren unter anderem mit der Aussicht auf satte Kursgewinne und Sonderausschüttungen. Dazu will die Geschäftsleitung bereits im kommenden Jahr die Flughafen-Tochter Concessions zu Geld machen. Deren Nettobarwert habe per Ende Juni bei über 1,6 Mrd. Euro gelegen. Um einen möglichst hohen Preis zu erzielen, will Lütkestratkötter zweigleisig fahren - Concessions könnte an die Börse gebracht oder in Teilen an Investoren verkauft werden. Ein Jahr später soll dann die Beteiligung an Aurelis Real Estate losgeschlagen werden. 2007 hatte Aurelius insgesamt 1,6 Mrd. Euro gekostet, der Wert sei seitdem deutlich gestiegen, sagte Finanzchef Burkhard Lohr. Die Aktionäre sollen an beiden Veräusserungen «angemessen» beteiligt werden. Hochtief erwägt Kapitalerhöhung In Europa will sich Hochtief verschlanken und drei Sparten zu einer neuen Division zusammenfassen. Dies soll jährliche Einsparungen von 40 Mio. Euro bringen. Stellen in der Verwaltung werden dabei wegfallen. Finanzchef Lohr sagte, zur Refinanzierung gebe es mehrere Optionen, auch eine Kapitalerhöhung oder eine Wandelanleihe. Beides würde ACS eine Übernahme erschweren. Ein Kursfeuerwerk konnte der Hochtief-Chef freilich nicht zünden: Die Hochtief-Aktie notierte nur leicht im Plus und rutschte in einem schwachen Markt gegen Mittag sogar ins Minus. Grosse Chancen, ACS so abzuwehren, sehen Finanzexperten nicht. Der Konzern hält bereits knapp 30 Prozent an Hochtief. Es gehe nur noch um Schadensbegrenzung, sagte ein mit der Situation vertrauter Banker. Allenfalls werde ACS am Ende mehr für Hochtief zahlen müssen.

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