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Herber Rückschlag für Baukonzern Hochtief im Kampf gegen ACS

Melbourne/Essen Der spanische Baukonzern ACS von Real-Madrid-Boss Florentino Perez kommt einer Übernahme des Rivalen Hochtief immer näher.

Deutschlands grösster Baukonzern musste in seinem Abwehrkampf gegen die Spanier einen weiteren empfindlichen Rückschlag einstecken. Die australische Übernahmekommission schmetterte einen Antrag Hochtiefs ab, mit dem man ACS zwingen wollte, auch für die Tochter Leighton zu bieten. Damit wäre ein Kauf des deutschen Konzerns viel teurer geworden. ACS wolle sein Übernahmeangebot bis Ende Januar 2011 erfolgreich abschliessen, bekräftigte das spanische Unternehmen am Montag. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter will indes die Waffen nicht strecken. Er wolle gegen die Entscheidung der australischen Behörde in Berufung gehen. Hochtief sei entschlossen, «den Weg im Interesse der Aktionäre bis zum Ende zu gehen», machte Lütkestratkötter deutlich. Anleger erwarten höheres Angebot Hochtief wehrt sich seit Wochen gegen eine Übernahme durch die Spanier, die bereits knapp 30 Prozent an dem Konzern aus Essen halten. ACS hatte ein Angebot angekündigt, das indes keinen Aufschlag für Hochtief-Aktionäre vorsieht. Noch in dieser Woche muss ACS die Offerte bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin einreichen. Der spanische Konzern will je acht eigene für fünf Hochtief-Aktien anbieten. Das entspricht einem Wert von 3,7 Mrd. Euro - bei einer Marktkapitalisierung von 4,3 Mrd. Euro. Spekulationen über eine Erhöhung des Angebots liessen den Hochtief-Aktienkurs am Montag zeitweise um mehr als drei Prozent steigen. Doch ein Sprecher des spanischen Unternehmens wies diese Marktgerüchte zurück. Hochtief hofft auf Politik Wenn ACS auch für Leighton bieten müsste, würde sich eine Übernahme um einige Milliarden Euro verteuern - und ACS drücken bereits Schulden in einer Höhe von neun Mrd. Euro. Doch die australische Übernahmekommission (Takeovers Panel) betonte, für die Leighton-Aktionäre gebe es bei der Übernahme der Konzernmutter Hochtief keine gravierenden Veränderungen. Ein ACS-Angebot auch an sie sei daher nicht notwendig. Hochtief hält knapp 55 Prozent an Leighton. ACS hat immer wieder versichert, Hochtief nicht zerschlagen zu wollen. Die Arbeitnehmervertreter des deutschen Konzerns schenken dem aber keinen Glauben und haben die Politik zur Hilfe gerufen. Bislang haben sich aber nur die SPD und die nordrhein-westfälische Landesregierung auf ihre Seite geschlagen, die Bundesregierung lehnt Änderungen am deutschen Übernahmerecht ab.

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