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Hannover Merkel eröffnet Hannover Messe

Hannover Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Start der Hannover Messe das Atom-Moratorium der deutschen Regierung verteidigt und zu einem rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien aufgerufen.

«Wenn wir das Zeitalter der Erneuerbaren erreichen wollen, müssen wir Mut zu neuem Denken und auch zu neuen Wegen haben», sagte Merkel am Sonntagabend bei der Eröffnung der weltgrössten Industrieschau in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Wer den Ausbau der Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergie fordere, müsse allerdings auch bereit sein, die nötige Infrastruktur in den Netzen auszubauen. «Das eine geht nicht ohne das andere», betonte Merkel. In vielen Regionen protestieren Bürger derzeit etwa gegen den Bau neuer Trassen für den Transport von Strom aus Windkraftanlagen. «Nur, indem man gegen etwas ist, wird man den Umstieg in ein neues Zeitalter erneuerbarer Energien aber nicht schaffen», sagte Merkel. Forderung nach Umdenken Die Atomkatastrophe in Japan habe ein Umdenken in der Energiepolitik unausweichlich gemacht, betonte die Kanzlerin: «Mit Fukushima hat das Wort Restrisiko für die ganze Welt eine neue Bedeutung bekommen.» Die deutschen Atomkraftwerke gehören aus ihrer Sicht weiter zu den sichersten der Welt. «Aber wir dürfen jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen», warnte Merkel mit Blick auf die nach wie vor gefährliche Lage rund um das havarierte Kraftwerk in Fukushima. «Diese Messe fällt in eine Zeit, in der wir mit grosser Anteilnahme nach Japan schauen», sagte Merkel. Die Debatte um die Zukunft der Kernenergie dürfe aber nicht dazu führen, dass der Industriestandort Deutschland und der Wandel in der Energiewirtschaft gegeneinander ausgespielt würden. Die Versorgungssicherheit bleibe wichtig. Energietechnik und eine bessere Energieeffizienz in industriellen Prozessen gehören zu den Schwerpunkten der diesjährigen Hannover Messe. Von Montag bis Freitag zeigen mehr als 6500 Aussteller aus 65 Ländern auf dem Messegelände in Hannover ihre Neuheiten. Überprüfung von AKW-Sicherheit in Frankreich Frankreichs Ministerpräsident François Fillon, dessen Land 2011 Partnerland der Messe ist, rief dazu auf, strengere internationale Normen für die nukleare Sicherheit zu definieren. Die Katastrophe habe das Vertrauen in technologische Fähigkeiten infrage gestellt. Das fordere auch Europa heraus und zwinge, die Kräfte zu bündeln. Der Premier kündigte an, zudem die Sicherheit sämtlicher Atomkraftwerke in Frankreich überprüfen zu lassen. Sollten dabei Mängel festgestellt werden, werde die Regierung in Paris Konsequenzen ziehen. «Wenn bestimmte Anlagen geschlossen werden müssen, so wird das auch gemacht», betonte Fillon. Parallel hierzu bemühe sich Frankreich auch, die erneuerbaren Energien weiter voranzubringen. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hans- Peter Keitel, forderte mehr Engagement sowohl öffentlicher als auch privater Investoren. Er appellierte an die Politik, so bald wie möglich für Klarheit in der Laufzeiten-Frage zu sorgen.

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