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Handelsstreit zwischen EU und Russland verschärft sich

Brüssel/Moskau Der Handelsstreit zwischen der EU und Russland um Tierimporte und Futtermittel verschärft sich.

Nachdem am Dienstag ein Einfuhrverbot für lebende Tiere aus der Union in Kraft trat, untersagt Moskau von kommender Woche an auch den Import von Eiweissfutter aus tierischer Herkunft. Ausserdem werde Fischmehl aus der EU stärker kontrolliert, teilte die Veterinärbehörde in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit. Als Grund nannte ein Sprecher eine Anpassung russischer Gesetze an internationale Normen. Ausserdem wolle die Behörde die Ausbreitung gefährlicher Infektionen in Russland verhindern. Zuvor hatte Brüssel Russland im Streit um das Importverbot für lebende Tiere zum Einlenken aufgefordert. Der Einfuhrstopp sei unverhältnismässig und nicht gerechtfertigt, erklärte EU- Handelskommissar Karel De Gucht in Brüssel. Moskau müsse das Verbot, das es vor allem mit Gefahren durch das Schmallenberg-Virus begründet hatte, umgehend aufheben. Der Handel mit den Tieren habe die Gesundheit russischer Bürger in keiner Weise bedroht. De Gucht warnte Moskau vor den Auswirkungen. Russland sende angesichts der anstehenden Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO «ein sehr negatives Signal an seine internationalen Handelspartner». EU-Diplomaten vermuten, dass Russland das Virus als Grund nur vorschiebt. Das Verbot gilt vor allem für Schweine, die von der Krankheit gar nicht befallen werden. Sie trifft nur Wiederkäuer. Besonders die baltischen Länder leiden unter dem Handelsstopp. Bis August soll Russland das 154. Mitglied der WTO werden. Das russische Parlament muss den Beitritt noch ratifizieren.

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