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Griechischer Journalist wegen Konten-Liste vor Gericht

Athen Wegen der Veröffentlichung einer Namensliste mutmasslicher Steuerflüchtlinge ist am Donnerstag in Athen der Prozess gegen den griechischen Journalisten Kostas Vaxevanis eröffnet worden.

Der 46-jährige Herausgeber des Boulevard-Magazins «Hot Doc» muss sich wegen Verletzung der Privatssphäre verantworten. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Vaxevanis weist die Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte Vaxevanis nach Veröffentlichung von 2059 Einträgen aus der sogenannten Lagarde-Liste am Samstag vorübergehend festnehmen lassen, ihn dann aber zur Vorbereitung seiner Verteidigung wieder freigelassen. Das Verzeichnis der Konteninhaber bei der Schweizer Bank HSBC hatte die damalige französische Finanzministerin und jetzige IWF- Chefin Christine Lagarde im Jahr 2010 ihrem griechischen Kollegen Giorgos Papakonstantinou zukommen lassen. Da die Bankdaten aber ursprünglich von einem HSBC-Angestellten entwendet worden waren, lehnte die griechische Justiz es ab, sie im Kampf gegen Steuerhinterziehung zu verwenden. Angesichts weiterer Sparvorhaben der Regierung wuchs zuletzt aber der Druck, die Liste zur Jagd nach Steuersündern zu nutzen. Vaxevanis wirft der Justiz Heuchelei vor und kritisiert auch die Medien, dass sie bisher nicht über die Liste berichteten.

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