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Steuern sparen zu Lebzeiten

Wer im Sinn hat, mittels Nachlassregelung eine gemeinnützige Organisation zu beschenken, sollte prüfen, ob er nicht bereits zu Lebzeiten damit beginnen will.

Vermögenswerte, die erst nach dem Tod weitergegeben werden, können nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Vermögen dagegen, das zu Lebzeiten übergeben wird, ist bis zum Maximalbetrag abzugsfähig. Die Einkommenssteuer ist für die meisten Steuerzahler der grösste Ausgabeposten. Es lohnt sich hier, Einsparmöglichkeiten wahrzunehmen.

Steuervorteil an einem Beispiel

Sie haben den WWF testamentarisch mit 50'000 Franken begünstigt. Nun überlegen Sie sich, das Geld nicht als Vermächtnis zu hinterlassen, sondern bereits zu Lebzeiten zu schenken, verteilt über die nächsten zehn Jahre. Wir nehmen an, dass Ihr Grenzsteuersatz 30 Prozent beträgt. Dies ist in der Stadt Bern für Alleinstehende bereits bei einem steuerbaren Einkommen von 75'000 Franken der Fall. Sie überweisen dem WWF also jährlich 5000 Franken. Diese können Sie von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Dadurch reduziert sich Ihre Steuerrechnung um 30 Prozent, also um 1500 Franken pro Jahr. In den zehn Jahren sparen Sie durch die vorgezogene Schenkung 15'000 Franken Steuern.

Maximalbetrag legt obere Grenze fest

In jedem Kanton existieren Maximalbeträge, über die hinaus Spenden nicht mehr steuerabzugsfähig sind. Im Kanton Bern liegt diese Obergrenze bei 10 Prozent des Reineinkommens. In unserem Beispiel muss das Reineinkommen mindestens 50'000 Franken betragen, sonst kann nicht der volle Betrag von 5000 Franken abgezogen werden. Beim Bund liegt der Maximalabzug zwar bei 20 Prozent des Nettoeinkommens, im Kanton Bern lohnt es sich aber steuerlich nicht, die Grenze von 10 Prozent zu überschreiten. Kanton wie Bund kennen auch einen Mindestbetrag für die Abzugsfähigkeit. In diesem Punkt sind sie sich einig: Die Jahresspende muss mindestens 100 Franken betragen.

Vorteile bei den Vermögenssteuern

Zwar fallen die Vermögenssteuern in der Regel weit weniger ins Gewicht als die Einkommenssteuer. Dennoch ergeben sich auch hier kleine Vorteile, wenn Vermächtnisse bereits zu Lebzeiten als Schenkungen überführt werden. Bei einer Million Vermögen macht die Reduktion von 50'000 Franken in Bern eine Steuerminderung von 300 Franken aus.

Tragbarkeit muss gewährleistet sein!

Wenn Sie sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, bereits zu Lebzeiten, heute oder in den nächsten Jahren, grössere Geldbeträge zu verschenken, sollten Sie überprüfen, ob Sie sich das leisten können. Sonst gefährden Sie unter Umständen Ihre eigene Altersvorsorge. Dazu muss eine Planrechnung erstellt werden, die Ihre Einnahmen, Ihre Ausgaben, Ihre Vermögenssituation, allfällig steigende Gesundheitskosten, Veränderungen der Steuersituation und Ähnliches mehr berücksichtigt. Eine solche Planung ist eine Situationsanalyse, aus der sich ableiten lässt, welche Teile Ihres Vermögens sie problemlos verschenken können, ohne deswegen in Schwierigkeiten zu geraten. andrea.dinevski@vermoegenszentrum.ch

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