Razzia gegen mutmasslichen Bitcoin-Gründer

Die australische Polizei hat das Haus und die Geschäftsräume von Craig Wright in Sydney durchsucht. Er wird von Experten als Gründer der Internet-Währung Bitcoin angesehen.

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In Sydney hat die australische Polizei das Haus des mutmasslichen Bitcoin-Gründers Craig Wright durchsucht. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit Steuerermittlungen, teilte die australische Bundespolizei am Mittwoch mit. Die Technik-Fachpublikationen «Wired» und «Gizmodo» hatten in dieser Woche berichtet, der australische Geschäftsmann sei wahrscheinlich der Bitcoin-Erfinder.

Seit dem Start der Internet-Währung 2009 war es ein gut gehütetes Geheimnis, wer hinter ihr steckt. Die Person oder Gruppe dahinter war als Satoshi Nakamoto bekannt - viele Experten gehen davon aus, dass dies ein Pseudonym ist. Im März vergangenen Jahres hatte der Amerikaner Dorian Prentice Satoshi Nakamoto einen Bericht des Magazins «Newsweek» abgestritten, wonach er der Erfinder sei.

Die britische Zeitung «the guardian» zeigt Aufnahmen der Durchsuchung.

Ziel von Bitcoin ist es, internationale Geschäfte abzuwickeln, ohne Banken einschalten zu müssen. Die Währung wird allerdings auch mit illegalen Geschäften im Internet in Verbindung gebracht, und ihre Kurse schwankten stark.

Razzia dauerte mehrere Stunden

Versuche, den australischen Geschäftsmann Craig Wright telefonisch zu erreichen, waren nicht erfolgreich. Unter der Handynummer seiner Frau antwortete ein Mann, der fragte, mit wem er spreche. Als ihm der AP-Reporter seine Identität offenbarte, sagte der Mann: «Entschuldigung. Nicht hier» - und legte auf.

Das Profil des Verdächtigen beim Karriere-Netzwerk LinkedIn führt auf, dass er bei einem Unternehmen in Sydney arbeitet, das sich auf «alternative Währung» und «das Banking der kommenden Generation» konzentriert. Die Razzia in dem Haus des Mannes, das in einem wohlhabenden Vorort Sydneys steht, dauerte mehrere Stunden.

Nachbarn beschrieben den Craig Wright als ruhig und etwas reserviert. Sie hätten bemerkt, dass die Familie eine ungewöhnlich hohe Zahl an Elektronik im Wintergarten vor ihrem zweistöckigen Haus betreibe. Die Familie lebe seit rund einem Jahr in dem Haus und habe zwei Kinder, einen Hund und mehrere Hennen.

slw/AP

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