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Rabattkampf um Hypotheken

In Sachen Hausfinanzierungen liefern sich die Banken in jüngster Zeit harte Rabattschlachten. Doch der zu Beginn offerierte Zinsvorteil könnte später zum Bumerang werden.

Wer eine Hypothek abschliessen will, tut gut daran, rundum alle Angebote zu prüfen.
Wer eine Hypothek abschliessen will, tut gut daran, rundum alle Angebote zu prüfen.
Keystone

Bei den Schweizer Hypothekenbanken ist jetzt das ganze Jahr über Ausverkauf: Von Start-, Familien-, Öko- und Europameisterschaftsrabatten bis zum Renovationsbonus gibt es Vergünstigungen in praktisch allen nur denkbaren Varianten. Besonders auffallend ist die seit Mai laufende Kampagne der Zürcher Kantonalbank (ZKB): «Hypotheken schon ab 2,9 Prozent», wirbt die grösste unter den Kantonalbanken. Mit dieser Marketingoffensive will die ZKB insgesamt zwei Milliarden Franken an Hypotheken neu platzieren; die Aktion bleibt aber auf den Wirtschaftsraum Zürich beschränkt. Auffallend war aber jüngst auch die Credit Suisse, die die gänzlich artfremde Fussball-Europameisterschaft zum Anlass nahm, Rabatte auf Hypotheken zu gewähren.

Neukunden locken

«Solche Aktionen sind in erster Linie dazu da, die Neugier der Kunden zu wecken und mit ihnen in Kontakt zu kommen», kommentiert Werner Egli, Finanzierungsberater bei der Hypothekenbörse. Nach seiner Auffassung bleibt die tatsächliche Einsparung bei vielen Aktionen begrenzt, weil sie auf ein oder zwei Jahre befristet sind. Viele Banken würden die Kunden dafür danach umso mehr zur Kasse bitten: «Sobald die Vergünstigung ausläuft, wird dem Kunden der übliche, deutlich teurere Richtsatz der Bank in Rechnung gestellt.»

Ähnlich sieht es Adrian Wenger vom VZ Vermögenszentrum: «Man muss die mutmasslichen Zinsen über einen längeren Zeitraum von vier oder fünf Jahren betrachten.» Wer entsprechend nachrechne, so Wenger, werde feststellen, dass das vermeintlich günstige Angebot de facto gleich viel koste oder sogar mehr als andere Angebote auf dem Markt. Überraschend ist vor allem Wengers Erfahrung, dass die einen Banken den Aktionen der anderen direkt Paroli bieten: «Wenn eine Bank während eines Jahres einen Rabatt gewährt, ist eine andere oft bereit, genau das Gleiche zu offerieren – auch wenn sie offiziell gar keine solche Aktion führt.» Viele Bankkunden scheuen allerdings den Aufwand, selbst aktiv zu werden – ihr Blick reicht oft nur bis zur nächstbesten Bankfiliale, oder sie wenden sich ganz einfach an ihre Hausbank.

Lohnende Vergleiche

Gerade im Hypothekargeschäft lohnt es sich aber, Alternativen zu prüfen. In Marktvergleichen schneiden zum Beispiel immer wieder die grossen Lebensversicherungen wie Axa-Winterthur, Zürich, Pax, Generali oder Swiss Life gut ab. Manchmal zahlt sich auch die Nachfrage bei der Post, bei der eigenen Pensionskasse, beim Arbeitgeber, bei Privatbanken oder ausländischen Bankinstituten in der Schweiz aus. Wichtig ist allerdings, dass man sich beim Einholen der Konkurrenzofferte nicht mit einem Standarddossier zufriedengibt, sondern vom Darlehensgeber eine wirklich verbindliche Offerte verlangt. Um sich nicht blenden zu lassen, sollten Bankkunden also vergleichen und bei Aktionen und Rabatten selbst nachrechnen. Teils ist die Rechnung schnell gemacht: Wenn die Credit Suisse bei der Startbonus-Hypothek von einer Ermässigung für die Hälfte des Betrags während der Hälfte der Laufzeit spricht, macht die Vergünstigung unter dem Strich auch nur die Hälfte der Hälfte aus – in diesem Fall also nur ein achtel Prozent. Komplizierter wird es, wenn die Rabatte noch gestaffelt und an komplexe Modelle mit Zinsober- und -untergrenzen gebunden sind. «Das Ziel muss lauten, mit einer guten Strategie und mit geschickter Verhandlung einen dauerhaft tiefen Zins zu erwirken», sagt Berater Werner Egli. So liegen oft Reduktionen von 0,3 bis 0,4 Prozent Zins drin.

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