Die zehn reichsten Schweizer

Wer in der Schweiz zu den 300 Reichsten gehört, der hat in der Regel Geld geerbt, geschickt in­vestiert – oder eine neue Technologie entwickelt.

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Auch dieses Jahr sind die Reichsten in der Schweiz nochmals reicher geworden. Ihr Gesamtvermögen beläuft sich auf 670 Milliarden Franken, was einem Zuwachs von 10 Prozent entspricht. Würde man dieses Geld verteilen, erhielte jeder Einwohner der Schweiz einen Weihnachtsbatzen von 80 000 Franken. Das hält das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» in seinem jährlichen Rating fest.

Junge Technologie-Freaks

Mehrere neue Namen tauchen auf der Liste auf, allerdings vor allem auf den hinteren Rängen. Den gebürtigen Kirgisen Eugen von Rubinberg, der in Zürich lebt, hat eine App reich gemacht. Er lancierte vergangenen Mai Drotr. Die Software kann Mails, Gespräche sowie Telefonkonferenzen in Echtzeit in über hundert Sprachen übersetzen. «Noch ist die App nicht perfekt, aber man kann sich verständigen», sagte von Rubinberg gegenüber der «Bilanz.» Das Magazin veranschlagt den Wert seiner Firma TIW (Technologies Improving the World) auf über 600 Millionen Franken.

Ebenfalls erstmals unter den 300 Reichsten figuriert der Westschweizer David Marcus, der heute im Silicon Valley lebt. Dort hatte er den Internetbezahldienst Zong aufgebaut, den er später für 250 Millionen Dollar an den Branchenriesen Paypal verkaufte. Inzwischen ist Marcus bei Facebook für den Nachrichtendienst Messenger zuständig. Die «Bilanz» beziffert sein Vermögen auf um die 300 Millionen Dollar.

Schliesslich gibt es noch einen dritten Tüftler, der nun zum erlauchten Kreis gehört. Tej Tadi, der in Indien geboren wurde, ist Gründer und Chef des Lausanner Start-ups Mindmaze. Dieses entwickelt Virtual-Reality-Brillen, um Schlaganfallpatienten zu helfen. Die Technologie eignet sich aber auch für Computerspiele. Mehr als eine Milliarde Franken soll Mindmaze wert sein.

Familie Blocher in Top Ten

Unter den Neuzugängern gibt es zudem einen sehr prominenten Namen: die Familie Safra. Der schillernde Bankier Joseph Safra hat sich gemäss «Bilanz» in Crans-Montana VS niedergelassen. Seiner brasilianischen Safra-Gruppe gehört unter anderem die Bank J. Safra Sarasin mit Hauptsitz in Basel. Das Vermögen der Familie dürfte sich auf 19 bis 20 Milliarden Franken belaufen. Damit schaffen es die Safras sogar unter die zehn reichsten Schweizer überhaupt.

Der Aufstieg in die Top Ten gelingt 2017 auch der Familie Blocher. Die «Bilanz» schätzt sie um 4 Milliarden höher ein als bisher. Primär sei der frische Reichtum auf den Erfolg des Kunststoff- und Chemiekonzerns Ems zurückzuführen, schreibt das Wirtschaftsmagazin.

Absteiger Hansjörg Wyss

Seinen Platz unter den ersten zehn räumen musste dagegen der Synthes-Gründer und Mäzen Hansjörg Wyss. Er trug selber dazu bei, weil er seit Jahren fleissig spendet. Mit seiner Zusage an die Initiative «The Giving Pledge» hat er sich verpflichtet, die Hälfte seines Vermögens fürs Gemeinwohl einzusetzen. Aus den Top Ten verschwunden ist auch Gérard Wertheimer. Seine Beteiligungen an der Chanel-Gruppe haben wegen eines Umsatz­rückgangs an Wert verloren.

An der Spitze bleibt aber alles gleich: Die Liste führt einmal mehr die Familie des Ikea-Gründer Ingvar Kamprad an mit einem geschätzten Vermögen von fast 50 Milliarden Franken.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 23.11.2017, 22:00 Uhr

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