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Geschirrspüler kaputt – wer zahlt?

Bei Schäden in der Wohnung streiten Mieter und Vermieter oft darum, wer zahlen muss. Dabei gibt es eigentlich klare Regeln. Haben auch Sie Fragen dazu? Unsere Hotline ist jetzt offen.

Wenn der Geschirrspüler kaputt ist, müssen nicht immer die Mieterinnen oder Mieter bezahlen.
Wenn der Geschirrspüler kaputt ist, müssen nicht immer die Mieterinnen oder Mieter bezahlen.
iStock

Der Wasserhahn tropft, der Fenstergriff klemmt, der Herd ist defekt – solche Schäden tauchen in jeder Mietwohnung auf. Die Frage ist nur, wer für die Reparatur zahlt. Dass es in der Praxis nicht immer so einfach ist, zeigt der Fall von Lena Hirsbrunner*.

Ihr Geschirrspüler funktioniert nicht mehr, und sie meldet dies umgehend dem Vermieter. Kurz danach kommt der Handwerker. Die Reparatur der zweijährigen Maschine kostet 140 Franken. Der Vermieter schickt die Rechnung an Lena Hirsbrunner. Muss sie wirklich für den Schaden aufkommen?

Für Mieter ist es oft nicht einfach auseinanderzuhalten, für welche Mängel der Vermieter die Kosten übernehmen muss und welche der Mieter zu tragen hat. Das Gesetz hält fest, dass Mieter kleine Ausbesserungen oder Reinigungen, die «für den gewöhnlichen Unterhalt» erforderlich sind, «nach Ortsgebrauch» zu beseitigen haben, während Vermieter für den normalen Unterhalt zuständig sind.

Das bedeutet: Der Mieter muss Mängel, die durch kleine, für den gewöhnlichen Unterhalt erforderliche Reinigungen oder Ausbesserungen behoben werden können, auf eigene Kosten beseitigen. In der Praxis gilt die Faustregel, dass der Mieter Reparaturkosten zwischen 150 und 200 Franken übernehmen muss. Dazu gehört beispielsweise der Ersatz des Backblechs, von Zahngläsern, Dampfabzugsfiltern, Seifenschalen, Duschschläuchen, Kühlschrankeinrichtungen oder WC-Deckeln.

Verwaltung kontaktieren

Muss jedoch eine Fachperson den Mangel beheben, liegt kein Fall des «gewöhnlichen Unterhalts» vor, und der Vermieter hat dafür die vollen Kosten zu tragen. Dazu gehören beispielsweise das Reparieren von defekten Kochplatten oder wie im vorliegenden Fall die Reparatur des Geschirrspülers durch eine Fachperson. In der Praxis kommt es oft vor, dass der Mietvertrag Aufzählungen von Kleinreparaturen festhält, die der Mieter übernehmen muss. Solche Bestimmungen sind ungültig, selbst wenn der Mieter einen Vertrag mit ihnen unterschrieben hat. Denn der «kleine Unterhalt» ist zwingendes Mietrecht, und er darf nicht zuungunsten des Mieters vertraglich abgeändert werden.

Funktionieren technische Geräte in der Mietwohnung nicht, empfiehlt es sich immer, mit der Verwaltung oder dem Vermieter Kontakt aufzunehmen und den Mangel zu melden. Nur in dringenden Fällen soll der Mieter selbst einen Fachmann beauftragen. Vorausgesetzt, die Reparatur beschränkt sich aufs Allernötigste. Die Kosten dürfen zudem nicht übermässig sein.

Selbstbehalt

Sämtliche Schäden, die der Mieter selber verursacht, muss er auch selber übernehmen. Er kann den Schaden seiner Privathaftpflichtversicherung melden, wobei die Versicherung dem Mieter in den meisten Fällen einen Selbstbehalt von 200 Franken in Rechnung stellt.

In unserem Fall hat Lena Hirsbrunner dem Vermieter die Rechnung zurückgeschickt. Da Reparatur- und Reinigungsarbeiten bei technischen Geräten wie Geschirrspülern von einem Fachmann vorgenommen werden müssen, fallen diese nicht unter den «kleinen Unterhalt». Diese Rechnung habe darum der Vermieter zu begleichen, begründet sie.

*Name ist der Redaktion bekannt, wurde aber geändert.

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