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Vorsorge mit garantierter Rente

Nach anderen Versicherungen bietet neuerdings auch die Mobiliar einen Auszahlungsplan an. In der Vorsorge kann dieser als zusätzliches Rentenpolster zur AHV eingesetzt werden. Doch das lohnt sich längst nicht in jedem Fall.

Wer richtig vorsorgt, hat im Alter gut lachen. Ein Auszahlungsplan garantiert eine bestimmte Summe. Doch der ausbezahlte Betrag ist ­ungefähr gleich gross wie bei einer Anlage auf dem Sparkonto.
Wer richtig vorsorgt, hat im Alter gut lachen. Ein Auszahlungsplan garantiert eine bestimmte Summe. Doch der ausbezahlte Betrag ist ­ungefähr gleich gross wie bei einer Anlage auf dem Sparkonto.
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Mit der Pensionierung bricht das verfügbare Einkommen ein. Wer mit AHV, Pensionskasse und Säule 3a relativ gut abgesichert ist, muss ungefähr mit 40 Prozent weniger auskommen. Oft ist der Einschnitt aber deutlich härter. So erstaunt es nicht, dass zusätzliche Instrumente zur Stärkung der Altersvorsorge für Versicherungen ein attraktiver Markt sind. Eines davon ist der Auszahlungsplan, den neuerdings auch die Mobiliar anbietet. Einige kennen dieses Modell auch unter der Bezeichnung Zeitrente.

Ein Finanzgeschäft

Wie der Name andeutet, ist der Auszahlungsplan eher ein Finanzgeschäft als eine Versicherung. Denn übliche Versicherungsrisiken oder die Lebenserwartung spielen hier keine Rolle. Stattdessen ist es so, dass der Kunde einem Finanzinstitut einen grösseren Geldbetrag zur Verwaltung überlässt.

Gemeinsam vereinbaren sie Zeitraum und Höhe der Auszahlungen. Anders als AHV-Rente oder Leibrente ist der Auszahlungsplan zeitlich befristet. Sobald das eingesetzte Kapital und allfällige Überschüsse verbraucht sind, endet die Zeitrente.

Die Mobiliar arbeitet für ihr neues Produkt mit der Bank Cler und der Derivatespezialistin Leonteq zusammen. Die finanzielle Absicherung liegt bei der Bank Cler oder der Mobiliar — je nach Kundenwunsch. Die Bank ist empfehlenswert, da die Versicherung ­aufgrund restriktiver Vorgaben der Finanzmarktaufsicht nur bis zu 90 Prozent des eingesetzten Kapitals als Auszahlung garantieren darf. Mit der Bankgarantie sind etwas mehr als 100 Prozent möglich.

Befragungen der Mobiliar haben ergeben, dass Kunden beim Auszahlungsplan vor allem Flexibilität wünschen. Denn nicht selten verändert sich die Lebenssituation und damit auch der finanzielle Bedarf innerhalb weniger Jahre. Die Mobiliar will diesem Bedürfnis Rechnung tragen: «Auch nach Vertragsabschluss können die Kunden bei uns den Auszahlungsbeginn verschieben, spätere Zuzahlungen sind möglich, und die Rente kann ein Jahr oder länger ausgesetzt werden», sagt Marius Lohri, Produktspezialist private Vorsorge bei der Mobiliar.

Das alles ist problemlos mehrere Male möglich. Zum Vergleich: Bei der Axa-Winterthur kann die Aufschubphase grundsätzlich zweimal verkürzt oder verlängert werden. Weitere Verkürzungen oder Verlängerungen müssen durch das Unternehmen bewilligt werden.

Etwas ernüchternd ist die Rendite eines Auszahlungsplans. Laut Mobiliar liegt sie bei ungefähr 0 Prozent. Wer also ein Kapital von 200'000 Franken einzahlt, erhält Jahre später den gleichen Betrag wieder als Rente ausbezahlt.

Und das ist nicht nur bei der Mobiliar so, bei anderen Anbietern bewegt sich die Auszahlung in einer ähnlichen Grössenordnung. Mit anderen Worten: Anstelle eines Auszahlungsplans kann man das Geld genauso gut auf ein Sparkonto einzahlen – selbst bei null Prozent Zins winkt eine vergleichbare Rendite.

Renditen und Risiken

Je nach Risikoappetit des Anlegers liegen bei der Mobiliar oder anderen Anbietern auch etwas mehr als 100 Prozent drin: Der Anleger kann in der Regel zwischen Fonds mit verschiedenen Risikoprofilen und Renditeaussichten wählen.

Lohri grenzt den marktüblichen Rahmen zwischen 90 und 103 Prozent ein. Doch auch hier gilt: Privatanleger können unabhängig von einem Auszahlungsplan in Fonds mit unterschiedlichen Risikoprofilen anlegen.

Die Anbieter von Auszahlungsplänen verrechnen eine Gebühr, die aber nicht alle ausweisen. Das erschwert einen Vergleich. Die Mobiliar nennt die Gebühren nicht. Die Axa-Winterthur beziffert die Kosten für den Vertragsabschluss und die Verwaltung auf jährlich 1,2 Prozent. Hinzu kommen jährlich weitere 1,3 Prozent als Management Fee für den Fonds.

Fazit: Der Auszahlungsplan eignet sich allenfalls für Leute, die sich nicht um die Verwaltung des Geldes kümmern wollen und Sicherheit in Form einer garantierten Summe anstreben. Ein weiteres Argument könnte sein, die Altersvorsorge auf verschiedene Finanzinstitute und An­lageformen zu verteilen und sich so besser abzusichern.

Dies geschieht allerdings zum Preis von zusätzlichen Gebühren. Vor allem Freiberufler wie zum Beispiel Ärzte, Anwälte oder andere Unternehmer, die keine Pensionskasse haben, dürften den Auszahlungsplan als ergänzende Absicherung prüfen.

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