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Euro wird immer stärker – SNB intervenierte erneut

Die Nationalbank hat in der letzten Woche vermutlich rund 15 Milliarden Franken für Devisenkäufe ausgegeben. Angeblich, um den Euro in die Richtung von 1.05 bis 1.10 Franken zu drücken.

Bei 1.0582 Franken stand die Gemeinschaftswährung heute Morgen um 09.39 Uhr. Damit befindet sich der Euro zum Schweizer Franken weiter in Aufwärtsbewegung.

Die Giro- und Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank sind in der vergangenen Woche erneut stark gewachsen. Das Total der Sichtguthaben bei der SNB erhöhte sich um knapp 15 Milliarden Franken auf 443 Milliarden Franken, wie aus neuen Zahlen hervorgeht. Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die Nationalbank im Devisenmarkt interveniert.

Bereits in der Vorwoche waren diese Sichtguthaben stark angeschwollen, und zwar um rund 26 Milliarden Franken. Damals war wegen einer Zeitverzögerung von zwei Tagen zwischen dem Transaktionsdatum und dem Eintrag in der Sichtguthaben-Statistik noch nicht ganz klar gewesen, wie sich diese Summe auf den Zeitraum vor- und nach Aufhebung des Mindestkurses verteilt. Der jüngste Anstieg der letzten Woche fällt dagegen zweifelsfrei in die Zeit danach.

Angebliches Kursziel von 1.05 bis 1.10 Franken

Die SNB dürfte derzeit am Fremdwährungsmarkt aktiv sein, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Ein mögliches Zeichen dafür ist der Wertverlust des Frankens in der vergangenen Woche. Der Euro stieg zuletzt von 98 Rappen auf rund 1,05 Franken, der US-Dollar von 88 Rappen auf 93 Rappen. Dies liess im Handel Spekulationen aufkommen, die SNB könnte im Markt interveniert bzw. Fremdwährungen gegen den Franken gekauft haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es allerdings nicht.

In einem Interview mit Redaktion Tamedia hatte SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine sich auf die Formulierung beschränkt, dass man «grundsätzlich bereit» sei, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren. «Die Aufgabe des Mindestkurses bedeutet eine Straffung der Geldpolitik. Wir akzeptieren das, aber nicht bis zu jedem beliebigen Grad», sagte Danthine am vergangenen Dienstag. In der gestrigen Sonntagspresse hiess es, dass die SNB nun mit einer Art inoffiziellem Mindestkurs operiere, wobei von einem Korridor von 1.05 bis 1.10 Franken zum Euro die Rede war.

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