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Erneut kräftige Abgaben bei Banken und Versicherungen

Die rasante Verschärfung der Finanzkrise hat am Dienstag auch die Börsianer in der Schweiz in Atem gehalten. Vor allem Aktien der Banken und Versicherungen rutschten ab, allen vor an die UBS-Papiere.

Der SMI-Index schloss 2,97 Prozent tiefer auf 6732,93 Punkten. Der breite SPI büsste 2,59 Prozent auf 5676,18 Punkte ein.

Für neue Unruhe sorgte vor allem die sich zuspitzenden Lage beim einst weltgrössten Versicherer AIG, der um sein Überleben kämpft und dringend frisches Kapital braucht.

Die von der kollabierten Investmentbank Lehman ausgehenden Unsicherheiten machten den Dienstag für die UBS zu einem schwarzen Tag. Die Aktie verlor in der Spitze ein Viertel auf 15.18 Franken, den tiefsten Stand aller Zeiten.

Zeitweilig gab es so viele Verkaufsorder, dass es zu einer automatischen Handelsunterbrechung kam. Später teilte die grösste Bank der Schweiz dann mit, dass der Lehman-Kollaps bei ihr nicht mit mehr als 300 Mio. Dollar zu Buche schlagen sollte.

Die UBS-Aktie ging dann bei 16.64 Fr. mit einem Tagesverlust von 17 Prozent aus dem Markt. Nach Angaben von Händlern hatte zuvor ein Bericht der Analysten von Bernstein Research über das Ausmass der Verwicklungen der UBS und anderer Banken bei Lehman für Verwirrung gesorgt.

Bernstein schob am Nachmittag aufgrund des Kurseinbruchs eine Klarstellung nach, die den UBS-Aktien auch tätsächlich ein wenig half.

Die Titel von UBS-Konkurrent CS Group hielten sich mit einem Abschlag 4 Prozent relativ gut. Die Swiss-Re-Aktien verloren- vor allem wegen der Unsicherheiten bei AIG - 13 Prozent. Während sich die Titel der Zurich nahezu erholen konnten, sanken Baloise um 4,7 und Swiss Life um 6,7 Prozent.

Defensive mitgerissen

Doch auch die Titel aus dem defensiven Bereich wie die des Nahrungsmittelriesen Nestlé und des Pharmakonzerns Novartis konnten sich dem negativen Trend nicht ganz entziehen und gaben bis zum einem Prozent ab.

Gerüchte bei Holcim

Die Aktien von Holcim setzten ihren Aufwärtstrend um gut 5 Prozent fort. Händler erwähnten Spekulationen, dass sich grosse ausländische Investoren an Holcim beteiligen sollen, angeblich aus Russland.

Überdies kursierte das Gerücht, Holcim könnte mit Marktführer Lafarge kooperieren. Nach Ansicht von Experten würden die Wettbewerbsbehörden ein solches Vorhaben aber kaum gutheissen.

Gerüchte bei Rieter

Auch beim Automobilzulieferers und Textilmaschinenherstellers Rieter sorgten spekulative Käufe für steigende Kurse. Sie schlossen 6,7 Prozent höher.

Es gebe Gerüchte, dass nach dem Belags- und Klebstoffhersteller Forbo, dessen Grossaktionär Michael Pieper sowie dem Eisenbahnindustriellen Peter Spuhler noch der frühere Bundesrat Christoph Blocher eine Beteiligung eingehen könnte.

Die Titel der Biotech-Firma Arpida legten 27 Prozent zu. Händler sprachen von Gerüchten, dass positive Neuigkeiten zum Antibiotikum Iclaprim zu erwarten wären. Auch gab es Übernahmespekulationen. So wurde Pfizer als möglicher Käufer genannt.

SDA/mau

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